Wild beobachten - wie ein Jäger
Auch Hase, Reh und Fuchs sind anzutreffen, wenn man sich leise und
jägermäßig, d.h. auf den Wegen, vielleicht auf dem grasbewachsenen
Randstreifen und gegen (!) den Wind durch den Wald bewegt. Das "Pirschen"
im Wald abseits der Wege ist unprofessionell, weil viel zu laut. Bleiben Sie auf
den Wegen und bleiben Sie öfter stehen und achten Sie auf "Farben"
oder "Dinge" die "irgendwie nicht am richtigen Platz" sind.
Sie werden mit ein wenig Übung ein Auge dafür bekommen, das Rot des Rehbocks
von einem Sonnenfleck oder die Bewegung der Hasen-"Löffel" von einen
Windhauch im Gras zu unterscheiden.
Wild sieht zwar nicht besonders scharf, aber
dafür nimmt es Bewegungen praktisch in Rundumsicht wahr. Ein Grund mehr, stehen
zu bleiben und sich Zeit zu lassen, wie es auch unser Raubwild tut, wenn es auf
die Jagd geht. Während ein
gutes Fernglas - mit seeeehhhhhr langsamer Bewegung ans Auge geführt -
hilfreich ist, kommt es auf das Jägergrün der Kleidung kaum an: Rehe sind
farbenblind, selbst ein leuchtendes Orange fällt ihnen nicht besonders ins Auge.
Eher noch erkennen sie die charakteristische Silhouette des Menschen oder sein
helles Gesicht, ein verwegener Hut mit beschattender, breiter Krempe ist
wichtiger als der Loden.
Falls Sie trotzdem vom Wild "erspäht" worden
sind, erstarren Sie zur Salzsäule! Harren Sie aus, bis das Wild Sie wirklich
für einen Baumstamm hält und lassen Sie sich nicht durch ein scheinbares Äsen
täuschen: das ist ein Trick, um Sie in Sicherheit zu wiegen! Werden Sie bei
einer Bewegung ertappt, haben Sie verloren. Wenn Sie aber gewinnen, können Sie
Hasen an sich vorbeihoppeln lassen und beim Reh jedes Haar erkennen. Das sind
Begegnungen, an die Sie sich lange erinnern werden - viel Glück!