Diese Spiele im Wald kann jeder spielen, die meisten mit dem, was man im Wald
finden kann. Unsere Waldspiele lassen sich abwandeln, weiterentwickeln oder zu ganz neuen
Spielen machen. Wenn Sie uns eine kurze "neue" Spielbeschreibung zukommen
lassen könnten, würden wir uns freuen und sie hier veröffentlichen.
Die Baumschaukel
Ein Korb wird mit einem Seil an den Ast eines Baumes gehängt und in Schwung
versetzt. Etwa 1-2 m (je nach Alter der Kinder) entfernt befindet sich eine
Abwurflinie. Die Kinder stellen sich dorthin und werfen z.B. Kastanien, Eicheln
oder Zapfen in den schwingenden Korb. Der Korb muss des öfteren neu in Schwung
gebracht werden. Alle Kastanien, die nicht im Korb gelandet sind, werden wieder
aufgesammelt, neu verteilt und wieder geworfen. (von Daniela Shahab)
Der Baum war's!
Einer bekommt die Augen verbunden. Dann wird er - mit ein paar Wendungen zu
einem Baum geführt. Er muss ihn ganz genau betasten und vielleicht auch
beriechen und versuchen, sich alle Besonderheiten zu merken. Danach wird er zum
Platz zurückgeführt, an dem er gestartet war. Jetzt nimmt er die Augenbinde ab
und sucht den richtigen Baum. Hat er alle Merkmale wiedererkannt, dann hat er
davor seinen Baum gut erfühlt. Jetzt ist der Nächste dran.
Adlerauge
Markiert euch mit Stecken und einer Schnur auf dem Waldboden ein Quadrat von
ungefähr 3 Meter Seitenlänge. Betrachtet dann das Bodenstück ganz genau und
prägt euch alles gut ein, was ihr seht. Dann dreht euch um. Einer verändert
nun auf dem Waldboden 5 Dinge, z. B. einen Zapfen entfernen, einen abgerissenen
Zweig anderswohin legen, etwas Neues dazulegen usw. Wer entdeckt alle Veränderungen?
Der Baum im Jahr
Die Spieler schließen sich zu Paaren zusammen, ein
Partner ist der Baum. Der Spielleiter erzählt in einer Geschichte, was einem
Baum zu den verschiedenen Jahreszeiten alles widerfährt. Er lässt dabei seinen
Partner als Baum die Geschichte aktiv miterleben. Z. B. rieselt Schnee auf den
ruhig da stehenden Baum, Vögel bauen in der Nackenmulde ein Nest, der Specht
sucht in der Achselhöhle nach Käfern ... Die übrigen Spieler machen den
Spieleiter nach, d.h. sie gehen auch auf die Knie und reiben sich grunzend an
den Beinen ihres Partners, wenn ein sich am Baum scheuerndes Wildschwein
dargestellt werden soll. Am Ende des erzählten Jahres wird gewechselt.
Baumtelefon
Im Wald findet man häufig gefällte Bäume, die am Boden liegen. Damit kann
man prima das Baumtelefonspiel machen: An dem einen Ende des Baumes kratzt oder
klopft ein Kind mit einem Stöckchen am Stamm, am anderen Ende halten die
anderen Kinder ihre Ohren an den Stamm. Der Baum kann 20 Meter lang oder länger
sein: trotzdem kann man das Kratzen und Klopfen ganz genau hören.
Das Borkenkäferspiel
Die Teilnehmer werden in drei Gruppen unterteilt. Hierzu
stellen sie sich im Kreis auf und halten die Hände hinter den Rücken. Der
Spielleiter geht nun von Person zu Person und drückt die rechte, die linke oder
beide Hände. Rechte Hand bedeutet gesunder Baum, linke Hand bedeutet
kranker Baum und beide Hände bedeuten Borkenkäfer.
Die Bäume halten geheim, ob sie gesund oder krank
sind und verteilen sich in der näheren Umgebung.
Die Borkenkäfer ziehen mit einer vorher
festgelegten Anzahl von Schritten von Baum zu Baum und fragen leise, ob er
gesund oder krank ist. Hat der Käfer seine Anzahl an Schritten verbraucht, ohne
einen kranken Baum zu finden, in den er sich einbohren kann, so stirbt er.
Gelingt es ihm aber, kann er zum nächsten Baum ziehen, wobei ihm wieder die
vorgegebene Anzahl von Schritten zur Verfügung steht.
Die Anzahl der Schritte sollte sich nach dem Gelände
richten, Schritte aufheben oder sammeln gilt nicht.
Haben sich fünf Borkenkäfer in einen Baum eingebohrt,
so stirbt dieser und wird selbst zum Borkenkäfer.
Ein Mitspieler kann als Fressfeind (Specht oder
Ameisenbuntkäfer) eingesetzt werden. Er erhält dann eine größere Anzahl von
Schritten zugebilligt als die Borkenkäfer. Schafft er es nicht, innerhalb
dieser Schrittanzahl einen Borkenkäfer zu fangen, ist er verhungert. Nach jedem
gefressenen Käfer steht ihm wieder das ursprünglich festgelegte Schrittmaß zu
Verfügung.
Das Durchforstungsspiel
Ein Viertel der Gruppe wird zum Wind erklärt, die übrigen
Spieler sind Bäume in einem jungen Waldbestand (Dickung).
Die Spieler gehen möglichst eng nebeneinander in die
Hocke. Dann beginnen die Bäume zu wachsen. Sie versuchen ihre Arme zu
strecken, was aus Platzgründen nur in die Höhe möglich ist.
Aufgrund des dichten Bestandes haben auch die Wurzeln nur
wenig Raum, sich weiter auszudehnen. Die Spieler sollen sich deshalb auf ein
Bein stellen.
Nun kommt der Wind und beginnt vorsichtig auf einer
Seite des Bestandes zu schieben, spätestens bei Sturmstärke geht der Bestand
zu Boden.
Der Spielleiter kann in einer zweiten Runde durch Fragen
den Bestand durchforsten, d.h. die Spieler, die eine Frage nicht
beantworten können, verlassen das Spielfeld. Dadurch haben die übrigen Spieler
mehr Platz und können sich besser ausbreiten, z.B. die Beine grätschen, und so
dem Wind besser standhalten.
Versteck dich oder stell dich tot
Viele Tiere versuchen, sich durch Totstellen vor
Fressfeinden zu schützen. Uns mag dieses Verhalten unsinnig erscheinen, aber
oft ist für den Beutegreifer ohne vorhergehende Jagd das Beutetier eben keine
Beute und wird deshalb auch nicht gefressen. Einige Tiere, wie z.B. Frösche und
Kröten, reagieren nur auf Bewegung, anders können sie ein mögliches Opfer
nicht wahrnehmen. Bodentiere reagieren häufig mit Totstellen auf eine
bedrohliche Situation. Dies soll durch das Spiel verdeutlicht werden.
Auf einem geeigneten Gelände werden in einem Abstand von
etwa zehn Metern zwei Linien markiert. Eine der Linien ist die Startlinie, die
zweite markiert den Beginn eines sicheren Verstecks.
Ein Spieler wird zum Beutegreifer bestimmt und stellt
sich mit dem Rücken zur Startlinie. Die übrigen Spieler nehmen an der
Startlinie mit dem Gesicht zum Versteck hin Aufstellung. Auf ein Signal hin
versuchen sie, in einer vorher festgelegten Weise das Versteck zu erreichen
(z.B. Kriechen, Hüpfen o.ä.). Der Beutegreifer kann sich jederzeit umdrehen,
muss dies aber vorher durch Brüllen ankündigen. Die Beutetiere müssen in der
Bewegung erstarren, wenn sie das Brüllen hören. Bewegt sich eine Beute noch,
kann der Beutegreifer den Namen der betreffenden Person rufen und sie ist
ausgeschieden. Das Spiel geht weiter, wenn der Beutegreifer dem Versteck und den
Beutetieren wieder den Rücken zukehrt. Das Spiel ist zuende, wenn alle
Beutetiere entweder gefressen wurden oder im sicheren Versteck sind.
Spuren lesen
Die Spieler stellen sich mit dem Rücken zu einer
matschigen Fläche, schließen die Augen und halten sich die Ohren zu.
Der Spielleiter tickt einem der Spieler auf die Schulter
und fordert ihn damit auf, einen Fußabdruck auf der Matschfläche zu
hinterlassen. Hat der Spieler seinen Platz wieder eingenommen, dürfen alle ihre
Augen und Ohren wieder öffnen. Ziel ist es nun, herauszufinden, wer den Abdruck
hinterlassen hat. Der Spieler, der es heraus findet, wird für die nächste
Runde zum Spielleiter ernannt.
Auf der Spur bleiben
Die Spieler werden in Gruppen von zwei bis drei Spielern
unterteilt, die Gruppen heißen z.B. Hase, Kaninchen und Maus.
Jede Gruppe bekommt ein Gefäß mit den gelben Kapseln
aus Überraschungs-Eiern. Die Kapseln haben auf einer Seite ein kleines Loch und
sind mit parfümierten Zellstoff o.ä. gefüllt (Pfefferminzöl, Zitronenaroma
und Zwiebeln sind ziemlich beständige Duftnoten). Die Kapseln der Kaninchen,
der Mäuse und der Hasen riechen jeweils unterschiedlich. Die Gruppen verteilen
sich im Gelände und legen nun eine Spur, indem sie alle sieben Schritte (an unübersichtlichen
Stellen öfter) eine Kapsel platzieren. Der Startpunkt der Spur kann mit einem Fähnchen
mit dem jeweiligen Gruppennamen markiert werden. Am Ende der gelegten Fährte könnte
ein Marmeladenglas mit dem Gruppennamen auf dem Deckel und einer süßen
Belohnung stehen.
Nach zehn Minuten kommen die Gruppen zusammen und aus den
Kaninchen, Hasen und Mäusen werden nun Füchse, Marder und Wiesel, die den
gelegten Fährten folgen sollen (natürlich einer der Fährte, die von einer der
anderen Gruppen gelegt wurde). Die Jäger bekommen jeweils eine Kapsel ihrer
Beutetiergruppe, damit sie die Witterung aufnehmen können. Ist das
Beutetier im Marmeladenglas gefunden worden, darf es gefressen werden.
Wer gehört zusammen?
Je zwei Zweige einer Baum- bzw. Strauchart werden
geschnitten und an die Mitspieler verteilt, so dass jeder einen Zweig erhält.
Die beiden Spieler mit artgleichen Zweigen sollen sich finden und
herausbekommen, wo der Baum oder Strauch wächst, zu dem der Zweig gehört.
Dieses Spiel kann natürlich mit belaubten/benadelten
oder Zweigen mit Knospen gespielt werden.
Knospenpuzzle
Zweige verschiedener Baum- und Straucharten werden in
drei Teile geschnitten und auf einen Haufen gelegt. Ziel des Spieles ist es, die
zusammengehörenden Teile herauszufinden und den Zweig wieder
zusammenzusetzen.
Auch dieses Spiel kann mit belaubten und benadelten
Zweigen gespielt werden.
Sie können die
Spielbeschreibungen
als .pdf-Datei (15 KB) herunterladen. Quelle: Wohldorfer
Wald - ein Wanderführer
mit Handreichungen zu Unterrichtsthemen, Behörde für Schule, Jugend und
Berufsbildung und andere.