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Holzrücken mit dem Pferd - eine besonders schonende und leise MethodeGefährliche Waldarbeit: mit der Motorsäge im StarkholzeinschlagBodenschonendes Rücken von Kurzholz mit dem Kran

Waldbauliche Rahmenrichtlinien

Seit 1980 wird in der Hamburger Forstverwaltung das Ziel einer naturnahen Waldwirtschaft verfolgt. Ein naturnaher Waldbau sorgt auch unter dem Einfluss von Luftschadstoffen für eine hohe Bodenstabilität und gesunde Wälder. Hamburg war das erste Bundesland, dass den naturnahen Waldbau zur Vorgabe für die Pflege seiner staatseigenen Wälder gemacht hat. Bei uns sind die Erholungsfunktion und die Schutzfunktion des Waldes vorrangig. Außerdem ist der Wald ein wichtiger Lieferant nachwachsender Rohstoffe.  

„Waldbauliches Ziel der Hamburger Forstverwaltung ist die Begründung, Pflege und Erhaltung standorts- und funktionsgerechter, in sich gesunder, möglichst naturnaher Waldlebensgemeinschaften, die infolge ihrer Größe, Vielfalt und Altersstruktur gegen äußere Einflüsse und Belastungen möglichst widerstandsfähig sind. Dieses Ziel soll mit dem geringsten Aufwand und unter Ausnutzung der natürlichen Entwicklungsprozesse angestrebt werden. Dazu gehört auch die Eigenentwicklung von Wäldern.“

Dieses schon vor mehr als 20 Jahren in den "Waldbaulichen Rahmenrichtlinien" festgelegte Ziel ist die Richtschnur der Waldpflege. Um es zu erreichen, wurden Handlungsgrundsätze abgeleitet, die für alle Förster verbindlich sind: 

Begründung neuer Waldflächen

Hamburg gehört zu den waldärmsten Verdichtungsräumen der Bundesrepublik. Walderhaltung und Waldvermehrung sind daher in Hamburg und seinen Randzonen seit Jahren forstpolitisches Ziel mit hoher Priorität.

Die Waldentwicklung kann natürlich durch Samenanflug, Samenaufschlag von benachbarten Wäldern oder Samenverbreitung durch Tiere sowie durch Pflanzung oder Saat standortgerechter Baumarten erfolgen. Laubbaumarten haben aufgrund der in Hamburg gegebenen Standortsverhältnisse grundsätzlich Vorrang.

Verjüngung

Wo es der alte Wald nach Baumart, Qualität und Bestandesstruktur zulässt, wird der Naturverjüngung grundsätzlich der Vorzug vor der künstlichen Pflanzung gegeben. Das ist nicht nur billiger, sondern auch naturnäher.

Entwicklung stabiler Mischwälder

Von Natur aus gewachsene Mischbaumarten werden gefördert. Eingegriffen wird nur, soweit die Hauptbaumarten in der Existenz oder Qualitätsentwicklung gefährdet sind. Dabei werden  Pflegemaßnahmen im Wald nur außerhalb der Setz- und Brutzeit durchgeführt. Wo möglich, werden die gefällten Bäume mit dem Pferd an Wege gezogen. Maschinen und Forstspezialschlepper dürfen nur auf den dafür vorgesehenen Pflegegassen und Wegen fahren.

Alle Pflegemaßnahmen unterstützen das natürliche Wachstum des Waldes, sie sollen seine Schutz- und Erholungsfunktionen stärken. Wald liefert nachhaltig Holz. Dieser wertvolle, nachwachsende und umweltfreundliche Roh- und Werkstoff wird bestmöglich verwertet.

Waldschutz

Grundsätzlich werden im Wald Hamburgs keine Biozide angewandt. Bei einem naturnahen Waldaufbau mit der angestrebten stabilen Bestandesstruktur und deren ökologisch und kleinklimatisch günstigen Bedingungen sind derartige Maßnahmen im allgemeinen nicht notwendig.

Biotop und Artenschutz

Die Belange des Biotop- und Artenschutzes werden flächendeckend berücksichtigt. Besondere Biotope und kleinstandörtliche Unterschiede erfordern auch besondere, abgestimmte Pflegemaßnahmen. So entstehen Landschaftsbilder, die auch den ästhetischen Ansprüchen der Waldbesucher entsprechen. 

Der Wald in der Freien und Hansestadt Hamburg muss bei dem geringen Waldanteil und seiner häufig isolierten Lage auf relativ kleinen Flächen vielfältige, hohe Ansprüche erfüllen. Alle Waldflächen müssen stetig und nachhaltig ihre Funktionen erfüllen können, Kahlschläge sind deshalb verboten.

Totholz und Altholzinseln

Um die Naturnähe der Wälder zu verbessern, soll der Totholzanteil in den Waldbeständen erhöht werden. Stehende, absterbende oder tote Bäume haben viele Höhlen und Nischen, auf die z.B. selten gewordene Spechte und Fledermäuse angewiesen sind. An stehendem wie auch liegendem, stärkerem Totholz leben viele davon abhängige Insekten und Pilze. Durch die bewusste Totholzvermehrung werden die Lebensräume dieser Tiere und Pflanzen wieder vergrößert und verbessert. Der „unordentliche Wald“ ist auch der natürlichere. Aus Gründen des Biotopschutzes werden Altholzinseln in einer Größe von ca. 0,1 - 0,2 ha und einer Entfernung von max. 300 m voneinander, dem natürlichen Zerfallsprozess überlassen. Sie sollen als Trittsteinbiotope für solche Tiere und Pflanzen dienen, die alte und auch zusammenbrechende Bäume brauchen.

Waldränder

Waldränder sind Grenzbereiche gegenüber anderen Vegetations- oder Nutzungsformen insbesondere zwischen unterschiedlichen Waldbeständen, landwirtschaftlichen Flächen und Gärten. Sie schützen den Wald, bieten einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, die diese Randstrukturen benötigen und unterstützen die Ausbildung des spezifischen Waldinnenklimas. Waldränder bedürfen besonderer Entwicklung, Pflege und Ergänzung.