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Die "natürliche" Waldgesellschaft - Wald ohne Menschen?

Wenn der Einfluss des Menschen auf den Wald ab sofort aufhören würde - keine Immissionen aus Autos, Heizungen und der Landwirtschaft, keine Erholung suchenden Familien, keine Wild beunruhigenden Hunde, statt Jagd Wölfe und Luchse, kein Holzeinschlag für Möbel, Dachstühle und so weiter - dann würde sich (auch die Klimaveränderung "weggedacht") über die Jahrhunderte hinweg ein Wald entwickeln, den man "potenziell natürliche Waldgesellschaft"  nennt, ein neuer "Urwald". War früher dieses sozusagen der Idealzustand des Waldes, an den die Förster ihren Wald möglichst weitgehend annähern wollten, so kann man das wegen der laufenden Klimaveränderung heute nicht mehr sagen.

Allgemein gilt in Zukunft, dass ein möglichst vielfältiger, an die Bodengegebenheiten angepasster Wald auch ein stabiler Wald ist, der auf die zu erwartenden Klimaveränderungen am besten reagieren kann. Die Aufgabe der Förster besteht darin, diesen Wald zu entwickeln und ihn gleichzeitig so zu gestalten, dass er seinen Aufgaben im städtischen Ballungsraum gerecht werden kann.

Hamburgs Waldgesellschaften heute

Von wenig oder nicht menschlich genutzten Wäldern, aber auch durch Beobachtung unserer Wirtschaftswälder und deren Wuchsverhalten wissen wir, wie sich welche Baumarten auf welchen Waldböden entwickeln. Wir wissen, welche Baumarten konkurrenzfähiger als andere sind, sie also überwachsen und welche Arten als besonders schattenertragende auch unter hohen Nachbarbäumen existieren können. Daraus lassen sich Waldgesellschaften, also Wälder mit typischer Zusammensetzung von Baumarten, definieren, die sich unter den aktuellen Boden-, bzw. Standortsbedingungen herausbilden. In Hamburg wurden alle Wälder und Waldböden kartiert und unter den Kriterien des heutigen Klimas zu vier Waldtypen zusammengefasst, die die wichtigsten Waldgesellschaften Hamburgs widerspiegeln: Bruch- und Auewälder, Nass- und Feuchtwälder, Frische Buchenwälder und trockene Birken-Eichen-Wälder.