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Ein Loch im Wald erlaubt tiefe Einblicke: Bodenkartierung für die standortsgerechte BaumartenwahlSteine, Kies, Sand, Lehm, Ton, Eis, Wasser und ein paar tausend Jahre

Die Waldböden Hamburgs sind besonders von von den letzten drei Eiszeiten geprägt (Elster, Saale (Warthe), Weichsel). Der Druck und die Bewegungen des Eises haben - verstärkt durch das Abschmelzen der Gletscher in der folgenden Warmzeit - die Grundlage für die Entwicklung der verschiedenen Böden geschaffen. Die eiszeitlichen Ablagerungen stammen meistens aus der Saale- und Weichselvereisung, die Ablagerungen der Elster-Vereisung wurden fast vollständig von den nachfolgenden Eiszeiten überlagert.  Im Süden und Westen überwiegen ältere saale-eiszeitliche Moränen, die vielfach von Schmelzwasserablagerungen der Weichseleiszeit durchbrochen sind und im Westen zum Teil von ärmeren Flugsanden und südlich der Elbe von nährstoffreicheren Flottsanden überdeckt sind. Im Elbe-Urstromtal findet man nacheiszeitliche Ablagerungen und im Norden und Osten die Endmoränen der letzten Eiszeit (Weichseleiszeit). Je nach der Ausgangs-Bodenart siedelten sich im Laufe der Jahrtausende daran angepasste Pflanzen an und bildeten schließlich charakteristische Waldbestände. Zu ihnen gehören die entsprechenden Bodentiere und Kleinstlebewesen, die im Zusammenspiel mit der Witterung die Humusbildung aus Pflanzenresten besorgen.

So vielgestaltig wie die Böden, sind die auf ihnen wachsenden Wälder. Jeder Boden hat bestimmte chemische und physikalische Eigenschaften, mit denen bestimmte Pflanzen am besten zurecht kommen. So entstehen von Natur aus charakteristische Zusammensetzungen von Pflanzen: die für jeden Boden typische Waldgesellschaft.

Luftschadstoffe - Bodenschäden - Waldschäden

Ohne einen gesunden Boden kann kein gesunder Wald wachsen. Die jahrzehntelange Belastung der Waldböden durch versauernd wirkende Luftschadstoffe, besonders Schwefeldioxid und Stickoxide zeichnet sich deshalb durch Schäden in der Benadelung, bzw. Belaubung der Bäume, den sogenannten Waldschäden ab. 

Hamburger Bodenlehrpfad

In Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und mit Sponsorengeldern ist in Hamburg ein Bodenlehrpfad mit Beispielen für Hamburger Waldböden entstanden. Hier kann man direkt in den Boden "hineinsteigen", sich anhand von aufgestellten Erläuterungstafeln deren Entstehung und Eigenschaften erklären lassen und unmittelbar mit dem Wachstum der Bäume in der Umgebung vergleichen. Alle notwendigen Informationen - einschließlich eines Lageplanes und der Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln - finden Sie hier.