Mehr als die Hälfte der Waldflächen unserer Erde liegen in den
Entwicklungsländern. In den letzten zwanzig Jahren sind dort mehr als zehn
Prozent diesen Waldes vernichtet worden, in der gleichen Zeit hat die
Waldfläche in den Industrieländern um mehr als drei Prozent zugenommen.
Wesentliche Ursachen des Waldverlustes in den Tropen sind die Umwandlung in
landwirtschaftliche Flächen - vor allem für Fleischproduktion - und
Intensivkulturen wie Gummibaum- und Ölplantagen. Ungeregelte, d.h. nicht
nachhaltige Holznutzung vernichtet in der Regel nicht den Wald, vermindert aber
seinen Wert soweit, dass er schließlich gerodet und z.B. für Landwirtschaft
genutzt wird.
In den ärmeren Ländern ist Holz der wichtigste Energieträger, weltweit
wird mehr als die Hälfte des genutzten Holzvolumens verbrannt. Erst die
nachhaltige, stoffliche Nutzung des Holzes der Entwicklungsländer würde aber
deren Waldflächen "in Wert setzen", sodass ihre Vernichtung/Umwandlung aus wirtschaftlichen Gründen
weniger attraktiv wäre. Dieses
Ziel muss gleichzeitig mit der Entwicklung einer sozial gerechten Wald- und
Einkommensverteilung für die dortige ländliche Bevölkerung, dem Aufbau einer
holzverarbeitenden Industrie und dem Einsatz effizienter Holzheiztechniken
in den Entwicklungsländern verfolgt werden.
Eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Bewirtschaftung des
Tropenwaldes und die Zertifizierung des so
erzeugten Produktes fördert diese Entwicklung. Dabei ist der lückenlose
Nachweis vom Forstbetrieb bis zum Endverbraucher (Chain-of-Custody) mit einem
Produktketten-Zertifikat entscheidend. Wer als Käufer von Tropenholz
entsprechend zertifizierte Produkte erwirbt, erhält und fördert die
nachhaltige Waldbewirtschaftung in den Tropen.
Als Mitglied im
Klimabündnis
europäischer Kommunen gibt die Freie und Hansestadt Hamburg Hölzern aus
unserer Region Vorrang. Sie verwendet bei ihren Bauvorhaben - wenn die besonderen
Bedingungen eine Verwendung von Tropenholz erfordern - ausschließlich Tropenhölzer
aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die
Hamburger Wohnungsbaukreditanstalt
schließt Bauherren von der Förderung aus, die " Bauteile aus Tropenhölzern
(verwenden), die nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen", die Herkunft
aus nachhaltiger Forstwirtschaft muss durch Zertifikat nachgewiesen werden.
Wir empfehlen Ihnen im
privaten Bereich genauso zu verfahren.
Zertifikate für Tropenhölzer gibt es viele, anerkannt als Nachweis nachhaltiger Forstwirtschaft ist
für Hamburg von der Abteilung Landwirtschaft und Forsten zur Zeit das Zertifikat des
Forest
Stewardship Council (FSC) und - im Rahmen eines Entwicklungsprojektes -
befristet das des Malaysian
Timber Certification Council (MTCC). Falls Sie
Nachfragen
zur Anerkennung haben, beantworten wir sie Ihnen gerne. Übrigens: auch
Firmen wie Bauhaus, Praktiker, Kaufhalle, Kaufhof, Real, Extra, Metro, C&C,
Hornbach, Ikea, Tchibo, OBI und Otto-Versand verfolgen einen
verantwortungsvollen Tropenholzeinkauf.