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Ernährung

Lebensraum

Marderinvasion

Untermieter Steinmarder

Belästigungen

Lärm

Kot- und Nahrungsreste

Eingänge abdichten

Marderhäuschen

Fang

Der Steinmarder gehört zu der Gruppe der "Marderartigen" wie Fischotter, Dachs, Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel. Er ist etwa so groß wie eine Katze, ist aber schlanker und leichtfüßiger. Der Steinmarder hat ein kakaofarbenes Fell mit einem weißen Kehlfleck, der gabelförmig nach unten bis zur Mitte der Innenseite der Vorderläufe ausläuft. Darin unterscheidet er sich vom Baummarder, der meist einen runden und goldgelben Kehlfleck besitzt und im Gegensatz zum Steinmarder ein kaffeebraunes Fell hat. Das gemeinsame Kennzeichen ist der lange, struppige Schwanz.

In sein Verbreitungsgebiet schließt der Steinmarder auch die Stadt mit ein. Als nachtaktives Tier lebt er häufig in unserer Nachbarschaft, ohne daß wir ihn zu Gesicht bekommen.

Ernährung

Der Steinmarder ist keineswegs der blutrünstige "Mörder", als der er immer noch fälschlicherweise dargestellt wird. Zwar kann er, wenn er in Geflügelställe eindringt, ganze Bestände auslöschen, aber er tötet nur so lange, wie das Geflatter als Beutefang-Auslöser wirkt. Einen sogenannten "Blutrausch" und ein "Aussaugen" der Beute gibt es nicht!

Ein großer Anteil der Nahrung besteht aus den verschiedensten Wild- und Gartenfrüchten, Kleintieren sowie viel Essbarem, das unsere städtische Umgebung hinterlässt. Der Steinmarder ist ein "Allesfresser"! Die Zusammensetzung seines Menüs ist aber vom Nahrungsangebot abhängig.

Lebensraum

Steinmarder gehören zu den ältesten "Kulturfolgern". Sie hausten schon in den Städten und Dörfern des Mittelalters. So besiedeln Steinmarder im Gegensatz zu anderen Wildtieren in Hamburg auch nicht nur die Randgebiete der Stadt, sondern sind genauso in dicht überbauten Wohnquartieren, ja selbst im Stadtzentrum anzutreffen. Wir finden Steinmarder aber nicht nur im städtischen Bereich, sondern auch in den Dörfern, in der Feldmark und in den Wäldern.

Der Marder meidet freies Gelände. Am liebsten läuft er an Büschen entlang, die ihm bei Bedarf schnell Deckung bieten. Tagsüber schläft er in ausgesuchten Verstecken, den Tagesverstecken, die er innerhalb seines Lebensraumes abwechselnd nutzt. Sie können z.B. in Reisighaufen, Stallungen, Schuppen, aber auch in Wohnhäusern sein.

"Marderinvasion"

Steinmarder haben in den letzten Jahren scheinbar auch in der Stadt zugenommen. Wer allerdings eine Plage vermutet, nur weil sie häufig beobachtet werden oder weil es überall in der Nachbarschaft auf dem Dachstuhl poltert, der irrt. Steinmarder sind nämlich Einzelgänger, die ein festes Areal für sich beanspruchen, in dem sie keine Geschlechtsgenossen dulden.

Bei in Dörfern lebenden Steinmardern in Schleswig-Holstein sind Streifgebiete von 0.2 bis 1.11 km2 ermittelt worden. Das Streifgebiet eines Rüden umschließt mindestens das einer Fähe und kann zudem noch Streifgebiete anderer Fähen überlappen.

Im Gegensatz zur Katze legen Marder, bei Erkundungsausflügen und zur Kontrolle ihrer "Streifgebietsgrenzen" erhebliche Strecken zurück. Um ihre Jungen zu versorgen, legte eine Fähe in Schleswig-Holstein in einer Nacht 14 km zurück. Auch wechseln Steinmarder häufig ihre Tagesverstecke. Die Anzahl der Beobachtungen, sonstiger Hinweise und daraus resultierender Belästigungen täuscht deshalb ein hohes Steinmardervorkommen vor.

Untermieter Steinmarder

Direkt über unseren Köpfen richtet der Steinmarder sein Quartier ein. Seine Anwesenheit wird zumeist gar nicht bemerkt, es sei denn, er macht mit Geräuschen auf sich aufmerksam. Viele Menschen denken dann, sie hätten Mäuse im Haus.

Als Visitenkarte hinterlässt der Steinmarder verschiedene Spuren.

Sein etwa 8-10 cm langer und 1-2 cm dicker Kot besteht häufig aus dicht zusammengedrehten Haaren, Federn oder Obstkernen und ist an einem Ende zu einer Spitze ausgezogen. Bisweilen sind im trockenen Sand oder Staub Abdrücke der Branten (Pfoten) zu finden.

Der Pfotenabdruck eines Steinmarders unterscheidet sich deutlich von dem einer Katze oder Maus. Mehl - auf den Dielen des Dachbodens ausgestreut - hilft Ihnen bei der Detektivarbeit.

Belästigungen


Wenn Sie meinen, dass sich ein Steinmarder bei Ihnen als Untermieter eingeschlichen hat, müssen Sie nicht gleich in Panik geraten. Stellen Sie zunächst einmal fest, ob es sich bestimmt um einen Marder und nicht um andere "Hausgäste" wie z.B. Mäuse handelt.

Am häufigsten wird über Lärmbelästigungen geklagt. Denn Steinmarder poltern manchmal derart, dass ein Einbrecher im Haus vermutet wird. Hierin unterscheiden sie sich von den "ruhigeren" Mäusen. Die Lärmbelästigung ist aber nicht ständig vorhanden, da Steinmarder verschiedene Tagesverstecke benutzen.

Eine andere viel gehörte Klage betrifft den Gestank. Anhäufungen von Kot, Urin sowie Beuteresten können ihn verursachen.

Hin und wieder klagen Hausbewohner über an- oder durchgenagte Antennenkabel. Durchgebissene Gummi- und Kunststoffteile an Autos, wie in Süddeutschland vorkommend, sind in Hamburg, wie eine Auswertung der Angaben von Bürgern durch die Umweltbehörde ergab, eher die Ausnahme.

 

Kleiner Ratgeber bei Marderproblemen


Der enge Kontakt des Steinmarders zum Menschen kann zwangsläufig zu Problemen führen, die aber häufig mit Toleranz und gutem Willen gelöst werden können. Denn Steinmarder sind prächtige, aber für den, der ihr Verhalten nicht kennt, seltsame Tiere, die vielleicht sogar Ängste wecken.

Lärm


Von April bis September ist die Zeit, in der die unbekannten Poltergeister auf sich aufmerksam machen und bei manchem für Schlafprobleme sorgen. Zu Anfang ist der Lärm auf die neugierigen Spiele und Ausflüge der aufwachsenden Jungen zurückzuführen. Später, im August, ist die Zeit der Paarung. Das Weibchen sucht das Männchen in seinem Quartier auf.  Es kommt zu heftigen, ausdauernden und lauten Paarungsspielen.

Auch Steinmarder mögen keinen Lärm. Sollten Sie sich durch den Marder belästigt fühlen, können Sie ihn u.a. durch ein in der Nähe seines Versteckes laut spielendes Radio in den frühen Morgenstunden - kurz vor Sonnenaufgang - davon abhalten, auf unbestimmte Zeit sein Tagesversteck aufzusuchen. Bis auf den Straßenlärm kehrt dann meistens die gewünschte Ruhe wieder ein.

Kot- und Nahrungsreste


Steinmarder sind so reinlich wie Katzen. Sie haben einen Schlafplatz, eine "Speisekammer", an der sie ihre Nahrung aufbewahren, und eine Stelle als "Toilette", an der sie ihren Kot deponieren. Da Steinmarder immer wieder dieselbe Stelle als Klo wählen, ist es ratsam, dort Zeitungspapier auszulegen, so dass der Kot rasch mit Hilfe der Zeitung beseitigt werden kann. Auf die neue Zeitungsunterlage muss anschließend wieder Kot gelegt werden, damit der Marder seine "Toilette" wiederfindet. In gut durchlüfteten Räumen ergeben sich aber kaum Geruchsbelästigungen. Dieses trifft auch auf Nahrungsdepots zu. Aber auch Marder mögen keine fremdartigen Gerüche. Toilettensteine, Mottenkugeln, parfüm- oder salmiakgeistgetränkte Watte, Haarspray u.a. veranlassen den Marder, seine Behausung für einige Zeit zu verlassen. Die Mittel müssen aber regelmäßig erneuert werden, wenn sie wirksam sein sollen.

Eingänge abdichten


Ein Haus marderfrei zu halten, ist sehr aufwendig. Die Anspruchslosigkeit in der Ernährung (er frisst vom Kaugummi bis zum Regenwurm alles), die Kletterfähigkeit, ein gutes Orientierungsvermögen und die Anpassungsfähigkeit an die jeweilige Umgebung haben es dem Steinmarder ermöglicht, praktisch alle Lebensräume vom Hochgebirge bis zur Großstadt Hamburg zu besiedeln. Ihm ist es gelungen, sich den für viele andere Tierarten gegenwärtig widrigen Umweltbedingungen anzupassen.

Warum der Steinmarder bevorzugt Wohnhäuser aufsucht ist unter anderem damit zu erklären, dass ihm derzeit fast ausschließlich nur noch die Wohnlichkeiten bleiben, die ihm der Mensch ließ. Dieses sind nicht mehr die schon 1864 von Brehm beschriebenen Scheuern, Ställe, alten Gemäuer, Steinhaufen oder Holzstöße, sondern sehr zum Leidwesen einiger Bürger die Dachböden, Dachschrägen, Dachabseiten, Deckenhohlräume und Blindböden. Sie bieten dem Marder die Strukturen, die er als Verstecke und Aufzuchtplätze braucht und kaum noch im Freien findet. Denn diese hat ihm der Mensch in seinem übersteigerten Ordnungs- und Reinlichkeitssinn, der vor keinem Garten und keiner Grünanlage halt gemacht hat, genommen. Wen wundert es da, dass Marder zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse gelegentlich auch die Motorräume der überall gegenwärtigen Autos aufsuchen.

Auf Dauer können Belästigungen nur vermieden werden, wenn das Gebäude für den Marder unzugänglich wird. Versuchen Sie deshalb herauszufinden, wie der Marder ins Gebäude gelangt. Dazu empfiehlt sich eine systematische Vorgehensweise. Durch das Anlegen von geharkten Sandflächen rund ums Haus oder um in der Nähe des Hauses stehende Bäume lassen sich Spuren sichtbar machen. Noch besser eignet sich im Winter Schnee. Ist der Marderaufstieg ausfindig gemacht worden, muss als nächstes geklärt werden, wo der Marder im Dach sein Einschlupfloch hat. Auch hier leisten Sand, Schnee und bei trockenem Wetter Mehl gute Dienste. Endet die Spur z.B. mitten auf dem Dach, hat der Eindringling an dieser Stelle einen lockeren Dachziegel gefunden und als Einschlupf ins Dachinnere genutzt, um es sich im ausgelegten Isolationsmaterial gemütlich einzurichten. Bei einer ungezielten Suche muss beachtet werden, dass alle Öffnungen, durch die Sie eine Hand durchstecken können, oder lockere Dachziegel, die der Steinmarder hochdrücken kann, mögliche Eingänge sind. Blank gelaufene oder blank gekletterte Pässe zeigen Ihnen den Weg ins Gebäude.

Haben alle Bemühungen nicht zum Auffinden des Durchschlupfs geführt, sollte versucht werden, den Marder zu der Zeit, zu der er regelmäßig gehört wird, durch Betreten des Dachbodens zu verjagen. Mehrere zuvor um das Haus verteilte Personen müssen aufpassen, wo genau der Marder den Dachboden verlässt. Das Schlupfloch können Sie dann z.B. mit einem stabilen Brett, Maschendraht oder ähnlichem versperren.

Um zu vermeiden, den Marder auf dem Dachboden einzuschließen, empfiehlt es sich, in der Nacht eine Dachluke als Ausgang geöffnet zu lassen.

Haben Sie diese Möglichkeit nicht, dürfen Sie nie tagsüber den Eingang ins Gebäude verschließen, sondern immer mitten in der Nacht! Sonst besteht Gefahr, dass Sie den Steinmarder einsperren. Er verlässt nur nachts sein Tagesversteck.

Vor allem von März bis Juni ist wegen der möglichen Anwesenheit junger Marder Aufmerksamkeit geboten. Durch das Verstopfen der Zugänge könnten sie eingesperrt werden. Ein qualvoller Hungertod der Jungen und unangenehme Verwesungsgerüche wären die Folge. Verzichten Sie deshalb während dieser Zeit darauf, die Zugänge zu verschließen!

Marder können über 2m hoch und über 2m weit springen. Ist ein Schlupfloch ins Haus für den Marder zu hoch gelegen, benutzt er u.a. nahestehende Bäume, Zäune, Fassadenbegrünungen und Wände mit rauen Strukturen. Pässe zeigen Ihnen den Aufstieg des Marders. Ein Stacheldraht auf dem Zaun, Zurückschneiden einzelner Äste oder das Anbringen sogenannter "Marderkragen" oder Blechmanschetten um die Bäume können positiv wirken.

Marderhäuschen


Für Ihre wohlverdiente Ruhe können Sie jedoch etwas tun. Die Chance, dass ein Steinmarder einen Zugang zum Haus findet, wird durch ein zusätzliches Angebot an Wohnraum im Freien verringert. Dieses können Holzstöße mit Höhlungen, aber auch selbstgebaute Marderhütten sein. Sie müssen dort errichtet werden, wo der Steinmarder nicht gestört und ihm Deckung geboten wird.

Die Marderhütte bauen Sie aus Holz, das keine Imprägnierung und keinen Anstrich hat (Geruchsstoffe!). Luftzug mag der Marder ebenfalls nicht. Deshalb müssen Sie die einzelnen Bauteile, wie in der Zeichnung dargestellt, anordnen. Das Versteck legen Sie mit natürlichem Material wie Stroh, Heu usw. aus. Außerdem muss es trocken sein. Es empfiehlt sich deshalb, wie in der Zeichnung dargestellt, eine reißfeste Kunststoff-Folie gegen durchsickerndes Regenwasser einzubauen.

Bauanleitung für das Marderhäuschen

  1. Rechtseitiger Eingang, Querschnitt 15 x 15 cm, Länge 50 cm
  2. Vorflur, 40 cm hoch, 25 cm breit und 40 cm tief
  3. Trennwand mit linksseitigem Eingang von15 x 15 cm
  4. Kammer von 40 cm Höhe, 40 cm Breite, 40 cm Tiefe
            Marderhaus
  1. Nestmaterial aus Stroh oder Heu
  2. Deckschicht aus möglichst trockenem Material
  3. Reißfeste Kunststoff-Folie gegen durchsickerndes Regenwasser
  4. Zweite Deckschicht mit Bepflanzung

Fang


Manchmal ist jedoch der Fang eines Steinmarders die letzte Möglichkeit, um sich seiner verdienten Nachtruhe hingeben zu können. Doch gibt das Fangen und Wiederloslassen keinen Sinn, da der Steinmarder in sein altes Territorium zurückkehren kann. Zudem ist das Fangen der Marder in Siedlungsgebieten sehr schwierig und zeitaufwendig. Außerdem kommunizieren die Steinmarder untereinander über Duftspuren. Diese verbleiben auch noch nach dem Wegfang des Marders und locken andere Steinmarder an. Der Wegfang hat demzufolge nur eine beschränkte Wirkung.

Sollten Sie tatsächlich ernsthafte Probleme haben und nur noch der Fallenfang für Sie in Betracht kommen, wenden Sie sich an kompetente Personen, dazu zählen bei uns in Hamburg die "Stadtjäger". Als von Ihnen Beauftragte dürfen sie dem Steinmarder nachstellen. Falls Sie in Hamburg wohnen: die Adresse des für Sie zuständigen Stadtjägers erfahren Sie bei der 

Landespolizeiverwaltung
Zentrale Waffenangelegenheiten
Grüner Deich 1
20097 Hamburg
Tel.: 42866 76 30-35
Fax: 42866 76 40

Email: LPV36(at)polizei.hamburg.de

Achtung! Der Steinmarder gehört zu den dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten mit Schonzeit. Ihm darf nur von Jagdscheininhabern in der Zeit vom 16. Oktober bis zum 28. Februar nachgestellt werden.