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Mit Sicherheit in Wald und Feld

Hänsel und Gretel würden sich im Hamburger Wald nicht verirren. Auch Räuber Hotzenplotz lauert nicht im Niendorfer Gehege oder in den Vier- und Marschlanden. Drachen, Trolle und Hexen wurden bei uns seit Menschengedenken nicht gesehen, ihr Vorkommen ist in Hamburg historisch völlig unbekannt. In Wald und Feld ist man sicher, böse Menschen halten sich erfahrungsgemäß weniger auf dem Lande, als vielmehr in dunklen Gassen auf.

Manchmal heißt es aufpassen und Gefahren vorbeugen: Baumwurzeln auf Wanderwegen, abgestorbene Äste und Bäume (Totholz) gehören zum Wald - trotzdem kann man stolpern oder durch einen herunterfallenden Ast verletzt werden. Zecken können Borreliose übertragen, der Fuchs die Tollwut (den gefährlichen Fuchsbandwurm gibt es in Hamburg nicht). Nicht alle in Wald und Feld wachsenden Pilze, Früchte und Blätter sind eßbar, Giftpflanzen gibt es auch in Hamburg. Und schließlich kann es gefährlich werden, wenn Wild und Auto zusammenstoßen: Wildunfälle sind vermeidbar. Hier sind Tipps und Ratschläge für Ihre Sicherheit:

Zecken

In der warmen Jahreszeit besteht die Gefahr von Zecken gestochen zu werden. Da durch Zeckenstich gefährliche Krankheiten übertragen werden können (bei uns handelt es sich im Wesentlichen um die Borreliose, gegen die keine Impfung möglich ist, die aber durch Antibiotika behandelt werden kann), sollten einige Verhaltensregeln beachtet werden.

bulletWährend der Zeckensaison - also von April bis September - nicht durch Gebüsch, Farn und Unterholz streifen, Zecken warten dort auf "Gäste" besonders in Bodennähe.   
bulletDie Haut weitgehend bedecken, helle Kleidung erleichtert das Auffinden von Zecken.
bulletAuf unbedeckte Haut  zeckenabwehrende Mittel auftragen (von der Stiftung Warentest 2001 als "gut" getestete Mittel aus natürlichen Substanzen: Zansarin®, Nexa Lotte®, schützt bis zu sechs Stunden!
bulletNach einem Spaziergang Körper und Kleidung nach Zecken absuchen (junge Zecken sind nur 0,5mm klein!!!).
bulletBei Zeckenstich die Zecke nicht mit Öl, Klebstoff, Alkohol etc. abtöten! Am besten mit einem speziellen Zeckenhaken oder einer Zeckenzange oder -pinzette entfernen, d.h. ohne Druck auf den Körper der Zecke, nur durch Ansetzen der Gabel/Zange/Pinzette (zur Not lange Fingernägel) zwischen Haut und Zecke. Anschließend Stichstelle desinfizieren. Je eher Sie die Zecke entfernen, am besten innerhalb von 12 Stunden, desto geringer ist das Infektionsrisiko.
bulletBei  Zeckenstichen mit Hautrötungen - auch erst nach mehreren Wochen - an der Einstichstelle oder deren Umgebung suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf.

Für weitergehende Fragen steht in Hamburg das so genannte „Zecken-Telefon“ zur Verfügung, eine Einrichtung des Institutes für Hygiene und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg. Hier geben Experten telefonisch kostenlos Auskunft über Fragen rund um die Zecke und die Borreliose (Mo. – Fr., 9:00 bis 16:00 Uhr unter der Rufnummer 040- 42845-7946).

Tollwut

In Hamburg gibt es zur Zeit keine Tollwut, sie ist bei uns und in der Umgebung durch die Schluckimpfung der Füchse zurückgedrängt worden. Trotzdem: berühren Sie keine Wildtiere!  Verständigen Sie gegebenenfalls den zuständigen Revierförster oder die Polizei.

Die Tollwut ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, die durch den Speichel infizierter Tiere, in der Regel durch Biss oder Kratzen übertragen wird. Intakte Haut kann vom Tollwut-Virus nicht durchdrungen werden. Nahezu alle Säugetiere - also auch der Mensch - und  Vögel können an der Tollwut erkranken. Sie wird vornehmlich durch Fleischfresser übertragen, an erster Stelle steht der Fuchs. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Biss durch ein infiziertes Tier bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt zwischen acht Tagen und zwei Monaten. Auch längere Inkubationszeiträume sind möglich.

Infizierte Tiere verhalten sich auffällig. Sie werden nervös, scheu, haben Schluckbeschwerden und vermehrten Speichelfluss. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Tiere aggressiv, beißen und schnappen nach Artgenossen und Menschen. Kurz vor ihrem Tod, der nach kurzem Krankheitsverlauf folgt, treten hochgradige Lähmungserscheinungen auf.

Eine Therapie der Tollwut ist nicht möglich. Umso wichtiger ist es, Hunde und Katzen, eventuell auch Pferde, durch eine vorbeugende Impfung zu schützen, die im Impfpass eingetragen wird und mit der auch ein Grenzübertritt ins Ausland erlaubt ist, sofern keine anders lautenden Einfuhrbestimmungen oder Quarantäne vorgeschrieben sind.

Giftpflanzen

Viele der wild wachsenden Pflanzen sind essbar oder können sogar als Heilpflanze genutzt werden. Wer keine Ur-Großmutter hat, die ihn in die Geheimrezepte der Kräuterküche einführt und alte Hausrezepte überliefert, der kann sich durch reichhaltige Fachliteratur kundig machen oder einen Blick auf unsere Seite mit Wildkräutern und -salaten werfen. Wer sich entschließt, Essbares oder gar Arzneien von draußen mit nach Hause zu nehmen, der sollte seiner Sache ganz sicher sein. In den schlimmsten Fällen kann ein Ausprobieren tödlich sein! Darum müssen Eltern ihren Kindern eindringlich  klarmachen, dass man nicht einfach von Früchten oder Pilzen naschen darf. 

Sollte es dennoch passieren, dass ein Kind etwas Unbekanntes gegessen hat, kann das Giftinformationszentrum-Nord, Tel.: 0551 / 19240 rund um die Uhr weiterhelfen oder suchen Sie den nächstgelegenen Arzt auf.

Wildunfälle

Im Wald, in ländlichen Gebieten und in locker bebauten Stadtlagen sollte man immer damit rechnen, dass Wild die Straße queren könnte. Nehmen Sie die Wildwechsel-Warnschilder ernst.  Besonders in der Dämmerung und nachts werden viele Wildtiere aktiv. Ein Tier kommt selten allein...! Vor allem bei Wildschweinen, Rot- und Damwild, Tieren, die im Familienverband leben, sollte man damit rechnen, dass weitere Tiere folgen. Aber auch Rehfamilien gibt es fast überall in Hamburg!

Tiere reagieren oftmals unvorhersehbar. Geblendetes Wild kann auf der Straße verharren, plötzlich umkehren oder auf der Fahrbahn entlang laufen. In jedem Fall gilt: Mensch vor Tier! Versuchen Sie nicht einer Kollision auszuweichen, wenn die Gefahr besteht ins Schleudern zu geraten oder von der Fahrbahn abzukommen. Nehmen Sie lieber eine Beule an Ihrem Wagen in Kauf, als sich und andere zu gefährden. 

Kommt es doch einmal zu einem Zusammenstoß:

bulletUnfallstelle sichern.
bulletVerletzte versorgen, wenn nötig Rettungsdienst und Polizei verständigen.
bulletStraße frei räumen - Wild nicht mit bloßen Händen anfassen.
bulletgeringfügige Sachschäden (unter 1500,- €) werden von der Polizei in der Regel nicht aufgenommen, dass heißt, der Geschädigte muss sich mit seinem Wagen zur nächsten Polizeidienststelle begeben, den  Unfall anzeigen und ihn sich bestätigen lassen, um ihn bei der Versicherung melden zu können.
bulletUnfallschäden mit so genanntem "Haarwild" werden i. d. Regel von einer Kasko-Versicherung übernommen.
bulletIst Wild bei dem Unfall verletzt worden, ist der Jagdausübungsberechtigte - der örtliche Revierförster oder die Polizei helfen Ihnen weiter - zu verständigen, um verletztes oder totes Wild zu versorgen. Aus Verantwortung gegenüber dem Tier sollte man diese Pflicht ernst nehmen! Markieren Sie die Unfallstelle und eventuell die Fluchtrichtung. Abstand von verletztem Wild halten, nicht berühren!
bulletTotes Wild ist kein billiger Sonntagsbraten. Das Mitnehmen von angefahrenem Wild ist kein Kavaliersdelikt, sondern Wilderei und damit eine Straftat!