Das Schwarzwild kommt überall in Mitteleuropa vor. Es
gilt als die wehrhafteste Wildart, die Bachen können durch Beißen schwere
Verletzungen beibringen, die Keiler schlagen mit ihren mehrere Zentimeter
hervorragenden, scharfen und spitzen Eckzähnen, den Hauern mitunter
lebensgefährliche Wunden. Keiler könne mehr als 250 Kilogramm schwer,
180 Zentimeter lang und 110 Zentimeter hoch (Schulterhöhe) werden. Die weiblichen Stücke sind mit
etwa 120
Kilogramm deutlich leichter. Das Haarkleid variiert von braunschwarz bis
dunkelgrau, im Winter sind die Haare (Borsten) erheblich länger als im
Sommer. Die Frischlinge sind anfangs braun-gelb gestreift. Sie können schon im
auf die Geburt folgenden Frühjahr Nachwuchs bekommen. Ein Wildschweinbestand
verdoppelt sich - ohne Jagd - in jedem Jahr.
Wildschweine sind Allesfresser, sie können an Mais- und
Getreidefeldern empfindliche Schäden anrichten, deren Ausmaß noch durch
das Umwühlen des Bodens (Brechen) verstärkt wird. Durch Brechen werden
auch Wiesen und Weiden in Mitleidenschaft gezogen. Sie leben - bis auf die
einzelgängerischen alten Keiler - in Gruppen (Rotten) und streifen in
einer Nacht bis zu 50 Kilometer umher. Wenn die Wilddichte zu sehr
ansteigt, besteht eine erhebliche Gefährdung des Wild- und
Hausschweinbestandes durch die übertragbare Schweinepest. Die
Bestandsregulierung kann nur durch die Jagd erfolgen, das Schwarzwild hat
bei uns keine natürlichen Feinde.
Schwarzwild kommt im Raum Wohldorf, Duvenstedt und in den
Harburger Bergen regelmäßig vor. Besonders im Süden hat es sich in den
letzten Jahren offenbar an den Menschen gewöhnt, bis in die besiedelten
Randbereiche vorgewagt und auch Gärten heimgesucht. Es kann durchaus auch
tagsüber beobachtet werden. Der Wildschweinbestand kann wegen der unsteten
Lebensweise - bezogen auf Hamburg - kaum zutreffend geschätzt werden. Zeitweise
dürften sich bis zu 150 Stück bei uns aufhalten.