Von den in Deutschland vorkommenden Taubenarten ist die Ringeltaube mit
bis zu 500g Gewicht die größte und häufigste. Sie hat schieferblaues Gefieder
und trägt als erwachsener Vogel einen breiten weißen Halsring und ein breites
weißes Band auf der Oberseite der Flügel. In Hamburg brütet sie ab März bis
in den Oktober hinein vor allem in den Grünanlagen, Parks und großen Gärten
der Stadt auf Bäumen.
Meistens werde zwei Bruten pro Jahr groß gezogen. Die in der Regel zwei Eier
werden von beiden, jeweils ein Jahr zusammen lebenden Elterntieren bebrütet.
Die Jungen schlüpfen nach 17 Tagen und sind anfangs blind und nackt.
Zuerst werden sie mit der Kropfmilch der Altvögel gefüttert, die sie bei ihnen
direkt aus dem Schnabel trinken. Das Futter, Sämereien, zarte Blättchen von
Wildkräutern und Gartengemüse, Würmer, Weichtiere und Insekten wird von
beiden Elterntieren auch über mehrere Kilometer Entfernung herangetragen.
Offenbar hat die Ringeltaube in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen.
In den Gemüseanbaugebieten besonders der Vier- und Marschlande verursacht sie
erhebliche Schäden, wenn sie im Frühjahr jungen Kohl- oder Salatpflanzen
die Herzblätter herauspickt. Sie kann auch gezielt die junge Saat heimsuchen,
Im Sommer entstehen Schäden im Raps und Lagergetreide.
Die größten natürlichen Feinde sind die Greifvögel, besonders der
verbreitete Habicht. Wegen des für ihn großen Nahrungsangebots an verwilderten
Haustauben in der Stadt reguliert er jedoch nicht den Bestand an Ringeltauben.