Das Polospiel fand seinen Weg aus Persien und Indien über Großbritannien nach
Kontinentaleuropa, deshalb prägen englische Begriffe diesen Sport. Ein
Poloteam besteht aus vier Spielern. Jeder Spieler hat vier Pferde, für jeden
Durchgang (chucker) eines. Eine Begegnung besteht aus vier "chuckern"
von jeweils sieben Minuten. Zwischen den "chuckern" ist ein
Pferdewechsel vorgeschrieben, um die Pferde zu schonen. Der 130 g schwere Ball
wird mit den 1,5 m langen Schlägern überall geschlagen: seitlich neben dem
Pferd, diagonal unter dem Hals oder auch schon mal hinter dem Rumpf des Ponys.
Wer das Spiel und seine Regeln verstehen möchte - hier sind einige der
wichtigsten Begriffe erklärt. Wenn Sie Ihr Wissen überall und unterwegs
auffrischen oder etwas nachlesen möchten: Sie können sich das kleine
Polo-ABC auch als .pdf-Datei (18KB) herunterladen.
BUMP
CHUKKER FIELD
GOAL HANDICAP
HOOK KNOCK-IN
NEAR SIDE NECK SHOT
OFF SIDE OUT
OF BOUNDS PENALTY
PONIES
POSITIONS
SAFETY TAILSHOT
THIRD MAN THROW-IN
TIME-OUT
BUMP
Ein
Spieler darf in einen anderen Spieler hineinreiten, um dessen Schlag zu
vereiteln. Dieses Vorgehen nennt man einen bump. Der Winkel, aus dem der
Zusammenprall herbeigeführt wird, darf jedoch nur so gross sein, dass er
nicht mehr als einen kleinen Stoss verursacht. Zusätzlich gilt: je schneller
das Pferd läuft, desto flacher muss der Winkel sein.
CHUKKER
Auch
period genannt. Es gibt vier bis sechs chukker in einem Polo-Spiel, die
jeweils sieben Minuten lang sind. Nach sechseinhalb Minuten ertönt eine
Klingel zur Information der Spieler, nach sieben Minuten dann ein Signalhorn,
um den chukker zu beenden. Zu jedem neuen chukker kehrt der Spieler mit
einem frischen Pferd zurück. Dabei kann er ein Pony auch ein zweites Mal
reiten, wenn er es ein oder zwei chukker lang ausruhen lässt. Herrscht am
Ende des sechsten chukker Punktegleichstand, wird ein weiterer Abschnitt
gespielt, bis eine der Mannschaften ein Tor schiesst.
FIELD
Der
Platz ist 300 Yards (274,20m) lang, 160 Yards (146,24m) breit und ist an den Längsseiten
mit Banden begrenzt; auf jeweils 100 Yards (91,40m) auf den Torauslinien fehlt
die Bande. Die Torpfosten aus
Weidengeflecht liegen 8 Yards (7,31m) zurück, sind aus Sicherheitsgründen
nicht im Boden verankert und können daher bei heftigen Zusammenstössen
umfallen.
GOAL
Kreuzt
der Ball in beliebiger Höhe die gedachte Linie zwischen den beiden
Torpfosten, gilt dies als ein goal, also ein Tor. Dabei ist es unerheblich, ob
der Ball durch einen Schläger oder die Berührung mit einem Pony in das Tor
gelangt ist.
HANDICAP
Alle
registrierten Spieler werden auf einer Skala von -2 bis 10 eingestuft. Über
90% der Spieler sind l- oder 2-goal Spieler. Das Wort goal bezieht sich dabei
auf das gesamte spielerische Können. Alle Spieler werden regelmäßig von
einer Handicap-Kommission neu eingestuft. Das Team-Handicap ergibt sich, indem
die jeweiligen Einzel-Handicaps der vier Mannschaftsmitglieder addiert
werden. In so genannten Handicap-Spielen erhält dann die Mannschaft mit dem
geringeren Team-Handicap einen Punktevorsprung, der sich anhand einer
Formel errechnen lässt.
HOOK
Wenn
ein Spieler einen Gegner am Schlagen des Balles zu hindern versucht, indem
er seinen Schläger in die Schlaglinie des anderen hineinhält, bezeichnet man
dies als hook. Als cross hook gilt, wenn der Spieler dabei über das Pferd des
Gegners hinüber langt; dies ist verboten und wird als Foul bestraft.
KNOCK-IN
Spielt
ein Team bei einem Angriff den Ball über die gegnerische Grundlinie und damit
aus dem Feld heraus, wird das Spiel wieder aufgenommen, indem das
verteidigende Team einen unbehinderten Abschlag von seiner Grundlinie ausführt.
Dabei wird die Zeit nicht angehalten.
NEAR SIDE
So
bezeichnet der Polospieler die linke Seite des Pferdes.
NECK
SHOT
Ein
Ball, der unter dem Pferdehals hindurch geschlagen wird.
OFF
SIDE
So
bezeichnet der Polospieler die rechte Seite des Pferdes.
OUT
OF BOUNDS
Kreuzt
der Ball die Seitenlinie und verlässt somit das Spielfeld, gilt das als
out-of-bounds. Um das Spiel wieder aufzunehmen, wirft der Schiedsrichter an
der selben Stelle einen neuen Ball zwischen die beiden Teams. Für einen
out-of-bounds-Ball wird die Zeit nicht angehalten (siehe time-out).
PENALTY
Strafstoss
in Form eines unbehinderten Schlages auf das Tor, wobei die Entfernung
festgelegt ist. Die Härte des verübten Fouls entscheidet, welcher penalty
verhängt wird:
1.
ein Straftor
2.
ein unbehinderter Schlag aus 30 Yards (27,42 m) Entfernung auf ein
unverteidigtes Tor
3.
ein unbehinderter Schlag aus 40 Yards (36,56 m) Entfernung auf ein
unverteidigtes Tor
4.
ein unbehinderter Schlag aus 60 Yards (54,84 m) Entfernung auf ein
verteidigtes Tor
5.
ein unbehinderter Schlag vom Ort des Fouls oder von der Mittellinie aus
6. ein safety - siehe safety
PONIES
Die
besten Poloponies sind
Vollblüter, zu deren Hauptqualititäten Mut, Schnelligkeit und Zähigkeit zählen.
Am beeindruckendsten ist sicherlich die Fähigkeit dieser Pferde, rasant zu
beschleunigen, zu stoppen und zu drehen. Die Rauheit des Spieles entspricht
ihrem Naturell. Es gibt keine Obergrenze für die Grosse der Ponies, aber die
meisten sind zwischen 1,50m und 1,55m gross; das Alter der eingesetzten Pferde
liegt normalerweise zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Die Polospieler
geben zu, dass bis zu 75 Prozent ihres Spiels von dem Pony abhängt; ein sehr
gutes und erfahrenes Pony erlaubt es dem Reiter, sich fast ausschliesslich auf
den Ball zu konzentrieren, da es ganz von selbst immer zur richtigen Zeit am
richtigen Ort ist.
POSITIONS
Jedes
der vier Team-Mitglieder spielt auf einer festgelegten Position. Vielleicht
wechseln die Spieler vorübergehend ihre Positionen, aber sie werden stets
versuchen, zu ihrem Ausgangsposten zurückzukehren, sobald dies möglich
ist. Als No.l wird der offensivste Spieler bezeichnet. No.2 gilt ebenfalls als
Angreifer, spielt aber etwas weiter hinten. No.3 ist die Schaltstation
zwischen Offensive und Defensive. Dieser Spieler versucht, alle Bälle, die er
bekommt, in einen Angriff umzuwandeln, und hilft dem Verteidigungsspieler
No.4, auch back genannt, dessen Aufgabe es hauptsächlich ist, das Tor zu
beschützen.
SAFETY
Penalty No.6. Wenn ein verteidigender Spieler den Ball über seine eigene Grundlinie
schlägt, bekommt das andere Team einen unbehinderten Schlag zugesprochen. Der
Ball wir dabei 60 Yards (54,84 m) von der Grundlinie entfernt ins Spielfeld
gelegt, und zwar genau auf der Höhe, auf der der Ball das Spielfeld verlassen
hat.
TAILSHOT
Den
Ball hinter dem Hinterteil des Pferdes spielen.
THIRD
MAN
Schiedsrichter,
der an der Seitenlinie sitzt, ist der third man. Falls sich die beiden Richter
auf dem Platz nicht einig sind, fällt dieser Oberschiedsrichter die endgültige
Entscheidung.
THROW-IN
Das
Einwerfen des Balles zwischen die beiden Teams durch den Schiedsrichter zu
Beginn eines jeden chukker und häufig auch zur Wiederaufnahme des Spiels.
TIME-OUT
Ein
Schiedsrichter ruft time-out, wenn ein Foul begangen wurde, sich ein Unfall
ereignet oder er nach eigenem Ermessen eine Auszeit für nötig hält; die
Spielzeit wird angehalten. Ein Spieler kann nur dann um ein time-out bitten,
wenn er sich verletzt hat oder etwas an seinem Sattelzeug gerissen ist.