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Verwendung von Brettschichtholz beim EXPO-Dach, HannoverAltpapierlager/Quelle:VDPHolz im Innenausbau - praktisch und schön

Holzprodukte und Klimaschutz

Der Wald ist eine von der Sonne angetriebene chemische Fabrik - seine Bäume produzieren aus dem Kohlendioxid (CO2) der Luft, sowie Wasser und Nährstoffen aus dem Boden, Holz, Rinde und Laub. Nebenbei wird noch Sauerstoff (O2) freigesetzt. Anders als bei menschlicher Technik geschieht dies störungsfrei, ohne Abfälle und Abgase, leise, umweltfreundlich und vollautomatisch - nicht zu reden von der Schönheit dieser Fabrik.

Für 1 kg  erzeugtes Holz sind dabei 1,44 kg CO2 aus der Luft entnommen, 1 kg O2 an die Luft abgegeben und 18,5 MJ Heizwert (entsprechend 0,4l Heizöl) aus der Sonnenenergie angesammelt worden. Auf diese Weise ist in den europäischen Wäldern mehr als 20 mal soviel Kohlendioxid gespeichert, wie jährlich ausgestoßen wird. Damit sind Wälder und das von ihnen produzierte Holz eine wichtige Senke für das Treibhausgas Kohlendioxid.

Je mehr Wälder aufgeforstet werden, je mehr und je länger Holz genutzt wird, desto mehr wird der CO2-Gehalt unserer Atmosphäre gesenkt und das Weltklima geschützt. Klimabewusst handelt, wer Holzprodukte lange benutzt und sie - wo immer möglich - Produkten aus Materialien vorzieht, die mit Hilfe fossiler Energie hergestellt wurden. Dadurch wird nämlich der Kohlendioxid-Ausstoß zusätzlich vermindert.

Holzprodukte sind Plus-Energie-Produkte

Energiesparlampen verbrauchen Strom, Drei-Liter-Autos verbrauchen Benzin und Niedrigenergiehäuser verbrauchen Heizöl oder Erdgas. Die meisten Holzprodukte aber sind Plus-Energie-Produkte: wir können sie herstellen, nutzen, instandhalten und entsorgen und haben immer noch einen Energieüberschuss! Ein Beispiel dafür ist Brettschichtholz, das zum Beispiel als Bogenbinder in Hallenbauten oder im berühmten EXPO-Dach große Spannweiten überbrücken kann. Für die Herstellung, über den Einbau und die Unterhaltung bis zum Rückbau von einem Kubikmeter Brettschichtholz werden 5670 MJ Primärenergie benötigt. Aus den für seine Herstellung benötigten 2,2 Kubikmetern Rohholz können aber18700 MJ Primärenergie erzeugt werden. Das ist dreimal mehr, als während der gesamten Lebensdauer verbraucht worden ist. Ähnliche Modellrechnungen sind z.B. auch für Spanplatten, mitteldichte Faserplatten und Furnierschichtplatten durchgeführt worden: es sind alles Plus-Energie-Produkte. Bei entsprechender Optimierung ist es sogar möglich, Wohnhäuser zu bauen und zu bewohnen, die Plus-Energie-Häuser sind.

Holz produziert keinen Abfall

Fast alles, was aus dem Wald kommt, wird auch verwertet. Holz und Rinde sind Roh- und Werkstoff, Abfall gibt es nicht. Schwartenbretter (das sind die äußeren Bretter mit Baumkante); Spreißel, Hackschnitzel und Späne gehen als Nebenprodukte in die Holzwerkstoff-, Papier- und Zellstoffindustrie. Stofflich nicht nutzbare Resthölzer werden in den Betrieben zur Energieerzeugung genutzt, in denen sie anfallen. Im einzelnen wird das Holz so verwertet:

Resthölzer Verwendung
Schwarten, Spreißel, Hackschnitzel Papier-, Zellstoff-, Span- und Faserplatten
Sägespäne, Hobelspäne Span- und Faserplatten
Schleifstaub Energieerzeugung
Rinde  Mulchmaterial, Humus, Energieerzeugung

Zum Beispiel deckt die deutsche Spanplattenindustrie ihren Rohstoffbedarf zu zwei Dritteln aus Reststoffen der Säge-, Hobel- und Möbelwerke. Weit weniger als 5% des bei uns eingeschlagenen Holzes wird zur Zeit noch nicht gezielt genutzt.

Für die stoffliche und energetische Verwertung von Alt- und Resthölzern müssen diese nicht - vorausgesetzt sie sind nicht mit Holzschutzmitteln oder Halogenen belastet - differenziert nach Holzarten o.ä. sortiert oder getrennt werden. Holz hat nicht die Probleme von Metall, Glas oder Plastik, das senkt den Aufwand für Sammeln, Transportieren und Wiederverwerten.

Holz in der Ökobilanz

Wie umweltfreundlich ist Holz, vor allem im Vergleich zu anderen Materialien? Diese Frage kann mit Hilfe von Ökobilanzen beantwortet werden. Dabei wird errechnet, welche und wie viel Materialien und Energie (Stoff- und Energiebilanzen) bei Produktion, Nutzung und Entsorgung eingesetzt, bzw. als Emissionen an Boden, Wasser und Luft abgegeben werden. Die Daten werden in sogenannten Wirkungskategorien zusammengefasst (z.B. Treibhauspotenzial, Flächenverbrauch, Versauerungspotential für Böden) und in Kennzahlen als Wirkungspotentiale angegeben, wie für den Treibhauseffekt in kg CO2-Äquivalenten. Schließlich werden diese bewertet und z.B. Verbesserungsvorschläge für die Produktion eines Produktes daraus abgeleitet. Die Ergebnisse eignen sich aber auch für den Vergleich von Produkten oder Konstruktionen, um beim Kauf die richtige, umweltfreundliche Entscheidung zu treffen.

So können Wandaufbauten von Wohnhäusern verglichen werden:

Wandaufbau Wärmedurchgang
W/m2 K
Primärenergiebedarf
MJ/m2
Treibhauspotenzial 
kg CO2ÄQ/m2
Versauerung
g SOx-ÄQ/m2 
Hohllochziegelmauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem 0,30 876 58 196
Holzständerwand mit hinterlüfteter Fassade 0,29 271 - 50 128

Aus diesem Vergleich wird deutlich, dass bei praktisch gleicher Wärmedämmung (Wärmedurchgang), d.h. gleichem Heizenergiebedarf, in die Betrachtung der Ökobilanz eines Hauses auch die Umweltverträglichkeit seiner Produktion einbezogen werden muss. In diesem Beispiel erweist sich die Holzkonstruktion vor allem beim Energiebedarf als weit überlegen. Betrachtet man den Gesamtenergiebedarf eines Holz-Niedrigstenergiehauses (Heizenergiebedarf 15 kWh/m3) von 230 m2 Wohnfläche über einen Lebensweg von 60 Jahren, werden nur 43% in der Nutzungsphase verbraucht, 47% jedoch für die Herstellung und den Rückbau. Vieles spricht dafür, dass Häuser aus Holz eine besonders günstige Ökobilanz haben.