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Landwirtschaft, Garten- und Obstbau in Hamburg

Die Hamburger Landwirtschaft war immer schon eine multifunktionale Landwirtschaft,  die vor allem von bäuerlichen Familienbetrieben, einem hohen Grünlandanteil und einer artgerechten Nutztierhaltung geprägt ist.  Sie stellt in unmittelbarer Stadtnähe viele unterschiedliche Leistungen für die Stadt und für die Städter bereit: an erster Stelle eine verbrauchernahe Erzeugung und Vermarktung einer breiten Palette von frischen Produkten, von deren Herkunft und Qualität sich die Konsumenten direkt überzeugen können. Vor allem Kinder können so unmittelbar erleben, von wem und wie unsere Lebensmittel hergestellt werden.

Möglichst viele wettbewerbsfähige und moderne Betriebe in Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau mit ausreichender Flächengrundlage zu erhalten und ihre Entwicklung zu gewährleisten, ist  deshalb ein zentrales Ziel auch und gerade in Hamburg! Gleichzeitig muss und kann die Landwirtschaft im stadtnahen Raum den Schutz von Wasser, Boden und Luft sowie die Erholungsfunktion der Landschaft gewährleisten und gebietstypischen Tier- und Pflanzenarten günstige Lebensbedingungen bieten.

Die neue Agrarpolitik der EU unterstützt dies mit dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) ausdrücklich, die entsprechende Hamburger Programmstrategie wird deshalb auf folgende Oberziele ausgerichtet:

bullet Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit,

bullet Erhalt und Verbesserung der Umwelt- und Biotopqualität,

bullet Agrarstrukturelle Entwicklung und Flächensicherung im Kontext einer vielfältigen, lebendigen Kulturlandschaft.

Diese Ziele sind im Ballungsraum nicht vorrangig durch Funktionsteilung zu erreichen, bei der Gebiete mit reiner Naturschutzfunktion neben Gebieten mit reiner Produktionsfunktion stehen. Aufgrund ihres Flächenanteils und der engen Verzahnung mit den städtischen Lebensräumen muss in der über Jahrhunderte gewachsenen und von Bauern und Gärtnern gestalteten Hamburger Agrarlandschaft besonders umweltverträglich gewirtschaftet werden, damit sie als Produktions-, Erholungs- und ökologischer Ausgleichsraum mit vielfältiger Flora und Fauna erhalten und gesichert wird. Eine solche Ausrichtung sichert zugleich auch die besonderen Chancen und Wettbewerbsvorteile unserer Betriebe im Hinblick auf eine stadtnahe Vermarktung regional erzeugter Produkte, Dienstleistungen und Erlebnisangebote.

Stadtnahe Landwirtschaft ermöglicht eine regionale Lebensmittelversorgung. Durch kurze Transportwege können Umweltbelastungen vermindert werden. Dies gilt ungeachtet der Tatsache, dass für große Städte natürlich nur ein kleinerer Teil des Konsums landwirtschaftlicher Produkte aus dem unmittelbaren Umland bereitgestellt werden kann. Einen wesentlich größeren Anteil an der Lebensmittelversorgung können aber Produkte aus Obst- und Gartenbau erreichen, wie dies auch in Hamburg der Fall ist.

Ökologischer Landbau in Hamburg

Der Leitgedanke im ökologischen Landbau ist das Wirtschaften im Einklang mit der Umwelt und mit natürlichen Regelmechanismen. Mit dem Namensbestandteil „ökologisch“ wird der Bezug zum Naturhaushalt - auch außerhalb des landwirtschaftlichen Betriebes - verdeutlicht. Natürliche Lebensprozesse sollen gefördert und Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen werden.

Aus dieser Grundidee resultiert der Gedanke der Kreislaufwirtschaft, bei welcher der landwirtschaftliche Betrieb als lebendiges System, als Organismus, dessen Gliederung von Menschen im Rahmen der natürlichen Bedingungen des Standortes bestimmt wird, zu verstehen ist. Der Organismus steht dabei im fortlaufenden Wechselspiel mit seiner Umwelt.  

Der Flächenanteil der Bio-Betriebe beträgt etwa 7%, ihr Produktionswert ist statistisch nicht erfasst, dürfte aber in der Größenordnung von 10 Mio. € liegen.