Der Feldhase ist eigentlich ein Steppentier und kommt
besonders in den landwirtschaftlich geprägten Räumen vor. Er wird bis zu
6 Kilogramm schwer, etwa 70 Zentimeter lang und bis zu 15 Zentimeter hoch
(Schulterhöhe), seine Ohren (Löffel) sind so lang wie der Kopf.
Das Haarkleid ist auf der Oberseite graubraun, die Unterseite weißlich und die
Spitze der Löffel schwarz. Hase und Häsin sehen völlig gleich aus - er hätte
es deshalb eigentlich auch wie der Igel in der Geschichte vom Wettlauf zwischen
Hase und Igel machen können. Er lebt einzeln und sehr standorttreu, liegt am
Tage in seinem selbst gescharrten Lager (Sasse) und ist meist nachtaktiv. Junge
Saat, Wildkräuter (gezielt aus der sogenannten Hasenapotheke), Gartenpflanzen
und junge Triebe und Rinde von Obst- und Waldbäumen werden aufgenommen. Im
Hamburger Wald gehen inzwischen mehr Hasen an der Waldverjüngung zu Schaden als
Rehe.
Eine Häsin setzt dreimal im Jahr etwa drei Junge, die von
Geburt an behaart sind, sehen können und schon ab der zweiten Lebenswoche zarte
Kräuter zur Muttermilch äsen. Nasskaltes
Wetter im Frühjahr lässt nur wenige der ungeschützten Junghasen durchkommen.
Sie sind außerdem durch eine Vielzahl von natürlichen Feinden bedroht: Fuchs,
Wiesel, Marder, Bussard und viele Krankheiten und Parasiten. Besonders
bedrohlich ist die häufige Störung durch freilaufende Hunde.
Obwohl der Feldhase die offene Landschaft liebt, kommt er auch
in der Nähe der Bebauung vor, selbst auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt es ihn
noch. Er ist in Hamburg in den ihm zusagenden Lebensräumen Feldflur und Wald praktisch flächendeckend
verbreitet. Durch Überbauung und Zerschneidung seiner Lebensräume ist der
Bestand in den letzten Jahren zurückgegangen, eine geringere Strukturvielfalt
der landwirtschaftlichen Flächen und die Verarmung der Wildkrautflora und damit
das Fehlen der für den Hasen so wichtigen "Hasenapotheke" sind
weitere negative Einflüsse. Dennoch ist es durch Biotophege-Maßnahmen
gelungen, den Hasenbesatz in der freien Landschaft zu erhalten: in Hamburg gibt
es, bezogen auf die landwirtschaftliche Fläche, keinen rückläufigen Trend. Im
Wald haben die Besätze (und die Schäden an der Waldverjüngung) dank der naturnahen, Strukturreichtum fördernden
Forstwirtschaft zugenommen.