Mit Holz lebt sich gesund
In den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil der Holzhäuser verdoppelt und
liegt derzeit bei ungefähr 14 Prozent. Immer mehr Bauherren erkennen die
Vorteile, die der Baustoff Holz bietet: wer auf Chemie in der Wohnung verzichten
möchte, wählt den natürlichen Baustoff Holz, denn gut getrocknet kommt es völlig
ohne chemischen Schutz aus. Moderne Holzbauten sind allein durch konstruktive Maßnahmen
ausreichend geschützt und dauerhaft haltbar wie Wissenschaftler des
Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig bereits 1989
feststellten. Holz braucht nicht mit Giftstoffen behandelt oder "imprägniert"
zu werden.
Holz zeichnet sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit und damit gute Dämmeigenschaften
aus. Neben geringen Heizkosten ergibt sich hieraus aber noch ein weiterer
Vorteil: schon bei verhältnismäßig niedriger Zimmertemperatur empfindet man
das Raumklima als behaglich, denn Wände und Fußböden fühlen sich nie kalt
an. Die natürliche Diffusionsfähigkeit von Holz bewirkt zudem, dass auch die
Luftfeuchtigkeit stets ausgeglichen bleibt: Schimmelpilze, die Hauptursache von
Allergien in Innenräumen, haben einfach keine Chance. Warm, trocken und Natur
pur - das ist Wohnen mit Holz.
Holz ist hygienischer als Plastik
Seit Jahren galt als ausgemacht, dass Plastikschneidebretter
in der Küche hygienischer sind als solche aus Holz. Bei dem Versuch,
Holzbrettern die gleiche Sicherheit gegen Lebensmittel vergiftende Bakterien zu
verleihen, wie sie Plastik zugeschrieben wurde, machten die Wissenschaftler der
University of Wisconsin im Jahr 1993 eine überraschende Entdeckung: Vorsätzlich mit
Bakterien wie Salmonellen, Listerien oder Escherichia coli verseuchte Holzbretter
waren im Versuch nach 3 Minuten hygienisch einwandfrei - 99,9 % der Erreger
waren abgestorben. Auf den Vergleichsbrettern aus Plastik waren die
Mikroorganismen alle noch lebensfähig. Ließ man die verseuchten Bretter bei
Raumtemperatur ungewaschen über Nacht liegen, vermehrten sich die Bakterien auf
den Kunststoffbrettern. Auf dem Holz konnten am nächsten Morgen keine
Mikroorganismen mehr nachgewiesen werden. Auch die Wahrscheinlichkeit, mit dem
Messer Bakterien von einem Brett abzuschaben und auf Lebensmittel zu
übertragen, war beim Holz viel geringer. 
In den letzten Jahren wurden diese überraschenden Ergebnisse
an der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Braunschweig
überprüft. Dabei konnte bestätigt werden, dass auch bestimmte einheimische
Hölzer über ausgeprägte antibakterielle Eigenschaften verfügen: insbesondere
Kiefernholz, aber auch Eiche und Lärche reduzieren krankmachende Keime, Buche
und Pappelholz verhalten sich eher wie Kunststoff. Auch bis zu zehnmal
wiederholte Beimpfung mit Keimen konnte die antibakterielle Wirkung nicht
beeinträchtigen. Die Ergebnisse waren stets
eindeutig: Kiefer ist hygienischer als Plastik.
Auch ein Großversuch
durch das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik mit besonders entwickelten
Holz-Hygiene-Paletten bewies deren hygienische Überlegenheit gegenüber
Euro-Paletten aus Kunststoff in der Lebensmittelverarbeitung bei Fleisch-,
Milch-, Gemüse - und Backerzeugnissen.
Selbst Kochlöffel aus Holz sind denen aus Kunststoff vorzuziehen, weil
dieser im heißen Topf schon mal schmelzen kann. Nach längerem Gebrauch, z.B.
in heißem Fett, können Holzlöffel zwar dunkel werden, aber das beeinträchtigt
niemals den Geschmack.