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Wilde Veilchen zwischen Bio-Weihnachtsbäumen: natürlich ohne BiozideIm Hamburger Wald wächst mehr als Bäume: junger Fliegenpilz im naturnahen Wald"Markenzeichen" des Forest Stewardship CouncilVielfältiger Waldrand im Buchenwald

Das Qualitätssiegel für den Hamburger Wald

Die Hamburger Forstverwaltung hat ihren Wald im Jahre 1998 nach den Richtlinien des Forest Stewardship Council  (FSC) zertifizieren lassen. Sie war damit der erste Forstbetrieb, der dieses international anerkannte Qualitätssiegel für eine umweltverträgliche und sozial und ökonomisch nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland bekommen hat.

Zu diesem Zeitpunkt gab es weder einen nationale FSC-Richtline noch einen deutschen akkreditierten Zertifizierer - es musste deshalb auf die niederländische SKAL-Organisation zurückgegriffen werden. Grundlage der Zertifizierung war eine Zusammenstellung von Richtlinien und Indikatoren die sich sowohl mit den Prinzipien des FSC wie auch solchen von anderen Zertifikaten im nationalen und europäischen Ausland weitgehend zu Deckung bringen ließen. Eine Anpassung an die zu einem späteren Zeitpunkt aufgestellte nationale Richtlinie ist selbstverständlich inzwischen erfolgt. Die "Zehn Prinzipien des FSC" gelten weltweit:

Einhaltung der Gesetze und FSC Kriterien
Die Waldbewirtschaftung erfolgt im Rahmen aller nationalen Gesetze und internationalen Verträge und Abkommen, welche das Land unterzeichnet hat. Alle FSC Prinzipien und Kriterien sind zu erfüllen.

Besitzansprüche, Landnutzungsrechte und Verantwortlichkeiten
Langfristige Besitzansprüche und Nutzungsrechte an Land- und Waldressourcen sind klar zu definieren, dokumentieren und rechtlich zu verankern.

Rechte indigener Bevölkerung
Festgeschriebene und Gewohnheitsrechte der indigenen und anderen Volksgruppen sind hinsichtlich Besitz, Nutzung und Bewirtschaftung von Land, Territorien und Ressourcen anzuerkennen und zu respektieren.

Gemeinschaftliche Beziehungen und Rechte der Arbeitnehmer
Die Waldbewirtschaftung soll das soziale und wirtschaftliche Wohlergehen der im Wald Beschäftigten und der lokalen Gemeinschaften langfristig erhalten und vergrössern.

Nutzen aus dem Wald
Die Waldbewirtschaftung soll die effiziente Nutzung der vielfältigen Produkte und Dienstleistungen des Waldes fördern, um ökonomische Existenzfähigkeit und eine breite Palette ökologischer und sozialer Vorteile zu sichern.

Auswirkungen auf die Umwelt
Die Waldbewirtschaftung soll die biologische Vielfalt und die damit verbundenen Werte, die Wasserressourcen, die Böden sowie einmalige und empfindliche Ökosysteme und Landschaften erhalten und dadurch die ökologischen Funktionen und die Unversehrtheit des Waldes erhalten.

Bewirtschaftungspläne
Ein dem Umfang und der Intensität der geplanten Massnahmen angepasster Bewirtschaftungsplan ist zu erstellen, umzusetzen und laufend nachzuprüfen. Die langfristigen Bewirtschaftungsziele und die Mittel zu deren Verwirklichung sollen klar festgelegt sein.

Überwachung und Beurteilung
Eine dem Umfang und der Intensität der Waldbewirtschaftung angemessene Kontrolle soll den Waldzustand, die Erträge der Waldprodukte, die Handels- und Verarbeitungskette, die Bewirtschaftungstätigkeiten sowie deren soziale und ökologische Auswirkungen beurteilen.

Erhalt natürlicher Wälder
Primärwälder, naturnahe Sekundarwälder und Orte von grosser Bedeutung für die Umwelt, das soziale Leben und die Kultur sind zu erhalten. Solche Gebiete sind nicht durch Plantagen oder andere Landnutzungsformen zu ersetzen.

Plantagen
Plantagen sind in Übereinstimmung mit den Prinzipien und Kriterien 1 bis 9 zu planen und zu bewirtschaften. Derartige Plantagen können und sollen Naturwälder und das umgebende Ökosystem ergänzen, gemeinschaftlichen Nutzen erbringen und zur Deckung der Bedürfnisse der Welt an Waldprodukten beitragen.

Der Entscheidungsprozess für die Teilnahme am Zertifizierungsverfahren und das Verfahren selbst haben das Bewusstsein im Betrieb und der Öffentlichkeit für die Bedeutung nachhaltiger, umweltverträglicher Forstwirtschaft gefördert. 

Im Hamburger Wald werden traditionell keine Pestizide und Mineraldünger angewendet, Kahlschläge sind verboten, die Waldpflege hat eine größere Naturnähe zum Ziel und der Wald verjüngt sich in der Regel natürlich. Der Wildbestand wird so einreguliert, dass er dem Wald nicht schadet. Die Einhaltung aller Bedingungen wird jährlich von einem unabhängigen Zertifizierer überprüft. Die Arbeit des Hamburger Forstamtes ist damit international anerkannt.

Alle Holz-Produkte aus dem Hamburger Wald tragen das Siegel des FSC: Rundholz, Bänke und Tische für den Garten, Palisaden, Brennholz und selbst die Weihnachtsbäume. Unsere Kunden haben die Garantie, dass sie mit ihrem Kauf eine vorbildlich nachhaltige Forstwirtschaft unterstützen. Sie sorgen damit für Erhalt und Pflege des Waldes und der Arbeitsplätze. Den Zertifizierungsbericht für den Hamburger Wald (.pdf-Format, 390 KB) können Sie hier herunterladen.

Eine Liste registrierter Anbieter in Deutschland von FSC-zertifizierten Produkten (.pdf-Format finden Sie hier. Niederlassungen der dort genannten großen Baumärkte, Warenhäuser und Handelsunternehmen gibt es in der Regel auch in Hamburg.