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"Damit die Waldung unterhalten werde, so ist ein jeder Hauswirt schuldig, wenn er sich verheirahten will, 12 Eichen und 12 Buchen zu setzen und solche 3 Jahr im Wachsthum zu unterhalten."

 

 

Anordnung des Hamburger Waldherrn Vincent Rumpff  (1752)

Vom Raubbau zur nachhaltigen Nutzung

Die heutige Fläche Hamburgs war noch vor 1200 Jahren von ausgedehnten Laubwäldern bedeckt. Spätestens seit dem 9. Jahrhundert traten durch die Entwicklung der Stadt immer größere Waldverluste auf. Man brauchte das Holz zum Bau von Schiffen, Häusern, Brücken und Befestigungen, aber auch sehr viel Brennholz für den alltäglichen Bedarf. Die Landwirtschaft verdrängte nicht nur den Wald, sondern nutzte ihn auch für Streugewinnung und Waldweide. Die verbliebenen Wälder wurden den Bedürfnissen der Menschen angepasst und ließen verschiedene Waldformen entstehen.

Bereits im 15. Jahrhundert kaufte Hamburg die Waldflächen im Norden der Stadt und auch Teile des Sachsenwaldes. Der Waldbesitz im Norden wurde konsolidiert. Zur gleichen Zeit wurde auch die Forstaufsicht eingeführt. Die Rechte Hamburgs als Rechtsnachfolger des beiderstädtischen Amtes Bergedorf an der nördlichen Hälfte des Sachsenwaldes bestehen (eigentlich) auf Grund eines Urteils des Reichskammergerichts vom 14. März 1684 bis heute fort.

Mit der ersten forstlichen Ordnung Ende des 18. Jahrhunderts wurde erstmalig Forstpersonal eingestellt und die landwirtschaftliche Nutzung vermehrt aus dem Wald gedrängt. im Jahre 1798 stellte die Stadt erstmalig einen ausgebildeten Forstmann für das Amt des hamburgischen Waldvogts ein.

Eingangs des 20.Jahrhunderts wurde immer deutlicher, dass die Hamburger Wälder nicht nur Holz bereitzustellen hatten, sondern auch der Erholung der Bevölkerung dienen sollten.

Die Grenzen des heutigen Hamburgs sind durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 bestimmt. Hamburg verlor dabei alten Waldbesitz, der aber weit außerhalb der Stadt lag, gewann aber auch erhebliche Flächen südlich der Elbe, im Westen und im Norden der Stadt dazu.

In Laufe der Jahrhunderte sind die Waldflächen immer mehr an die Peripherie der Stadt gerückt, so dass im dichtbesiedelten Raum fast keine Waldflächen mehr übrig geblieben sind. Die letzten Reste sind dann in den Parks aufgegangen. Erheblich gelitten haben die Wälder in Kriegszeiten: Brennholznutzung, Bombenschäden und Reparationshiebe haben stark in die Waldflächen eingegriffen. In den 50iger Jahren gelang es, diese Flächen wieder aufzuforsten, leider vielfach mit Nadelholz, da anderes Pflanzenmaterial nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung stand.

Durch Waldzukäufe innerhalb und außerhalb der Landesgrenze und nicht zuletzt durch Neuwaldbegründung in den letzten 40 Jahren hat der Waldbesitz Hamburgs wieder erheblich zugenommen. Wir haben deshalb heute genauso viel Wald in Hamburg wie vor 100 Jahren.