Vom Raubbau zur nachhaltigen Nutzung
Die
heutige Fläche Hamburgs war noch vor 1200 Jahren von ausgedehnten Laubwäldern
bedeckt. Spätestens seit dem 9. Jahrhundert traten durch die Entwicklung
der Stadt immer größere Waldverluste auf. Man brauchte das Holz zum Bau von
Schiffen, Häusern, Brücken und Befestigungen, aber auch sehr viel Brennholz für
den alltäglichen Bedarf. Die Landwirtschaft verdrängte nicht nur den Wald,
sondern nutzte ihn auch für Streugewinnung und Waldweide. Die verbliebenen Wälder
wurden den Bedürfnissen der Menschen angepasst und ließen verschiedene
Waldformen entstehen.
Bereits
im 15. Jahrhundert kaufte Hamburg die Waldflächen im Norden der Stadt und auch
Teile des Sachsenwaldes. Der Waldbesitz im Norden wurde konsolidiert. Zur gleichen Zeit
wurde auch die Forstaufsicht eingeführt.
Die Rechte Hamburgs als Rechtsnachfolger des beiderstädtischen Amtes Bergedorf
an der nördlichen Hälfte des Sachsenwaldes bestehen (eigentlich) auf Grund eines Urteils
des Reichskammergerichts vom 14. März 1684 bis heute fort.
Mit
der ersten forstlichen Ordnung Ende des 18. Jahrhunderts wurde erstmalig
Forstpersonal eingestellt und die landwirtschaftliche Nutzung vermehrt aus dem
Wald gedrängt.
im Jahre 1798 stellte die Stadt erstmalig einen ausgebildeten
Forstmann für das Amt des hamburgischen Waldvogts ein.
Eingangs
des 20.Jahrhunderts wurde immer deutlicher, dass die Hamburger Wälder nicht nur
Holz bereitzustellen hatten, sondern auch der Erholung der Bevölkerung dienen
sollten.
Die
Grenzen des heutigen Hamburgs sind durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937
bestimmt. Hamburg verlor dabei alten Waldbesitz, der aber weit außerhalb der
Stadt lag, gewann aber auch erhebliche Flächen südlich der Elbe, im Westen und
im Norden der Stadt dazu.
In
Laufe der Jahrhunderte sind die Waldflächen immer mehr an die Peripherie der Stadt gerückt,
so dass im dichtbesiedelten Raum fast keine Waldflächen mehr übrig geblieben
sind. Die letzten Reste sind dann in den Parks aufgegangen. Erheblich gelitten
haben die Wälder in Kriegszeiten: Brennholznutzung, Bombenschäden und
Reparationshiebe haben stark in die Waldflächen eingegriffen. In den 50iger
Jahren gelang es, diese Flächen wieder aufzuforsten, leider vielfach mit
Nadelholz, da anderes Pflanzenmaterial nicht in dem erforderlichen Umfang zur
Verfügung stand.
Durch
Waldzukäufe innerhalb und außerhalb der Landesgrenze und nicht zuletzt durch
Neuwaldbegründung in den letzten 40 Jahren hat der Waldbesitz Hamburgs wieder erheblich zugenommen.
Wir haben deshalb heute genauso viel Wald in Hamburg wie vor 100 Jahren.