Wegen der belastenden Bedingungen der
städtischen Umwelt, des Stadtklimas mit seinen unnatürlichen Wärme- und
Strahlungsverhältnissen, Staub, Lärm und Stress der Arbeitswelt braucht der
Mensch Ausgleichs und Erholung. Waldflächen weisen eine Natürlichkeit und
Ursprünglichkeit auf, wie sie von keinem anderen genutzten Freiraum erreicht
und gerade deshalb von den Erholung suchenden Menschen besonders geschätzt
wird. Nach einer repräsentativen Untersuchung*) der
Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft besuchen achtzig Prozent
aller Hamburger ihren Wald.
Untersuchungen zeigen, dass für die Erholung ruhige, zusammenhängende und
ausgedehnte Waldflächen mit abwechslungsreichem Waldbild bevorzugt werden. Die
physische Erholungswirkung des Waldes beruht auf der gegenüber Siedlungen und
Freiland ausgeglicheneren Lufttemperatur, der höheren relativen Luftfeuchte,
der verminderten Windgeschwindigkeit, der "reineren" Luft, sowie der
durch die Blattmasse verminderten Ein- und Ausstrahlung. Hinzu kommen die
harmonisch abgestuften Farben, die Ruhe und die vielfältigen Beobachtungs- und
Erlebnismöglichkeiten, die zur psychischen Erholungswirkung des Waldes
beitragen. Wald ist für den Menschen ein ausgleichendes Kontrasterlebnis zur
technisierten, städtischen Umwelt. Sicher werden auch in Zukunft der
Anteil der frei verfügbaren Zeit und damit die Beanspruchung von
Erholungslandschaften in der Nähe der Stadt zunehmen.
Forstliche Pflegemaßnahmen
Durch angepasste Pflege kann die Erholungswirkung wesentlich gesteigert
werden. Dazu zählen insbesondere die Erhöhung des Erntealters, um die in
Erholungswäldern geschätzten stärkeren Bäume zu erzielen, die langfristige
und kleinräumige Verjüngung der Waldbestände ohne Schematismus, die
Entwicklung eines vielschichtigen Bestandesaufbaus ohne schroffe Wechsel im
Waldbild, Entwicklung von Mischwäldern mit ausgeglichener Wuchsdynamik und die
abwechslungsreiche Gestaltung der inneren und äußeren Waldränder.
*) Sie
können die Untersuchung als .pdf-Datei (85 KB) herunterladen.