
Startschuss für ELER: EU-Kommission genehmigt Hamburgs
Plan für den Ländlichen Raum
(11.12.07)
Das von Hamburg erarbeitete Programm „Stadt Land Fluss“ zur
Entwicklung der ländlichen Gebiete wurde von der EU-Kommission am
24.10.2007 genehmigt. Damit ist der Startschuss für die Umsetzungsphase
des 7-jährigen Förderzeitraums gefallen.
Mit etwa 25 Mio. € beteiligt sich der
Europäische Landwirtschaftsfonds zur ländlichen Entwicklung (ELER) an
den öffentlichen Ausgaben. Gemeinsam mit weiteren Fördermitteln des Bundes
und des Landes sollen den ländlichen Räumen Hamburgs bis 2013 mehr als 50
Mio. € zur Verfügung gestellt werden. Mit den durch die Förderung
ausgelösten privaten Investitionen erreicht der Entwicklungsplan ein
geschätztes Gesamtvolumen von knapp 125 Mio. €.
Hamburg hat in Übereinstimmung mit den Leitlinien der EU sowie den
Zielen der ELER-Verordnung und dem Nationalen Strategieplan den
Plan „Stadt Land Fluss“ unter intensiver
Einbindung der im ländlichen Raum vertretenen Partner erarbeitet. Aus den
für die ländlichen Gebiete identifizierten Stärken und Schwächen, der
daraus entwickelten Zielstruktur und Handlungsfelder leiten sich vier
Förderschwerpunkte ab: 
Mit einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft
konzentriert sich der vordringliche Handlungsbedarf auf die Schaffung
eines starken und dynamischen Agrar- und Lebensmittelsektors. Dabei
richtet sich das Förderangebot vor allem an Unternehmen, die sich unter
Berücksichtigung ihrer verhältnismäßig günstigen Marktposition auf
betriebliches Wachstum, Rationalisierung und Spezialisierung ausgerichtet
haben. Um den technischen Fortschritt in den Betrieben schneller verfügbar
zu machen, sollen innovative Techniken begünstigt gefördert werden. Im
Fokus der betrieblichen Förderung steht die nachhaltige Etablierung
entwicklungsfähiger Betriebe am Markt.
Darüber hinaus ist vorgesehen, die infrastrukturellen
Rahmenbedingungen, unter denen die Betriebe wirtschaften zu verbessern,
indem standortbedingte Nachteile, wie ungünstige Flächenstrukturen
beseitigt bzw. mit den bewährten Instrumenten der Bodenordnung und
wasserwirtschaftlichen Maßnahmen optimiert werden.
Die bereits in der abgelaufenen Förderperiode angebotenen Maßnahmen zum
lebenslangen Lernen sollen für alle Anforderungen, mit denen das
Betriebsmanagement konfrontiert ist, geöffnet werden. Darüber hinaus ist
auch aus Gründen des Ressourcenschutzes eine spezifische Betriebsberatung
der in Wasserschutzgebieten wirtschaftenden Betriebe vorgesehen. 
Die Verbesserung von Umwelt und Landschaft soll insbesondere mit den
bewährten Flächenprogrammen zur Umsetzung von Natur-, Gewässer- und
Bodenschutzzielen erreicht werden. Zusätzliche Kosten sowie
Einkommensverluste, die durch besonders umwelt- und naturschutzgerechte
Bewirtschaftungsformen entstehen und eine zusätzliche ökologische Leistung
darstellen, werden im Rahmen spezifischer Förderangebote ausgeglichen.
Der dritte Themenschwerpunkt ist auf eine Verbesserung der
Lebensqualität und Diversifizierungsmaßnahmen der lokalen Wirtschaft
gerichtet. Umfasst sind z.B. Maßnahmen zur alternativen
Einkommenserzielung außerhalb der Landwirtschaft, die Förderung von
Kooperationen, die Weiterentwicklung touristischer Qualitäten sowie Erhalt
und Entwicklung des ländlichen Kultur- und Naturerbes. Eingebettet in das
Rahmenziel „Steigerung von Image und Identität“ nimmt dieser Schwerpunkt
eine Sonderstellung ein. Die Umsetzung soll primär über den Leader-Ansatz
erfolgen. Dies bedeutet, dass lokale Entwicklungsprozesse von den Akteuren
vor Ort selbst initiiert, optimiert und der Informationsaustausch zwischen
Stadt und Land verbessert werden. Angestrebt wird eine Verstärkung der
Identität des Bürgers mit der Landwirtschaft einerseits und eine
Verbesserung der Stadt-Land-Wertschätzung andererseits.
Für den erstmals in Hamburg zur Anwendung kommenden Leader-Ansatz wurde
ein Vorbereitungsprozess mit einem Projektideen-Wettbewerb durchgeführt,
der auf große Resonanz stieß. Insgesamt wurden 44 Projektideen
eingereicht, die ein großes thematisches Spektrum abdecken: kulturelle und
touristische Vorschläge, Vermarktung regionaler Produkte, Entwicklung von
Kultur und Landschaft, einzelbetriebliche Projektideen mit z.B.
alternativer Verwendung bisher landwirtschaftlich genutzter Gebäude,
Nutzung regenerativer Energien sowie Bildungsprojekte. Von einer Jury,
bestehend aus Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpartnern sowie Vertretern
von Fachbehörden und Bezirken wurden die eingereichten Projekte bewertet.
Davon wurden 6 besonders gelungene Projektanträge prämiert. 
Es wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit, auch mit benachbarten
Leader-Regionen ausgelotet und zwei Kooperationsvereinbarungen
geschlossen. Im nächsten Jahr werden die ersten Projekte verwirklicht.

Neues
Kompetenz- und Beratungszentrum für Gartenbau und Landwirtschaft am
Brennerhof
(29.10.07)
Der Senat hat beschlossen, ein Kompetenz- und Beratungszentrum für
den Gartenbau und die Landwirtschaft am Standort Brennerhof als Modellvorhaben
einer öffentlich-privaten Partnerschaft zu schaffen.
Mit dem neuen Kompetenz- und Beratungszentrum am
Brennerhof werden die Ausbildungs- und Beratungsdienstleistungen von
Gartenbau und Landwirtschaft räumlich und organisatorisch gebündelt und
die Leistungsfähigkeit dieser Kernbereiche gestärkt. Drei Säulen des
künftigen Kompetenzzentrums, das Bildungs- und Informationszentrum für
den Gartenbau, die Gartenbauberatung der Landwirtschaftskammer Hamburg
und die Kernaufgaben Pflanzenschutzberatung und
Pflanzenschutzmittelkontrolle des Pflanzenschutzamtes werden an den
Standort Brennerhof verlagert und mit dort vorhandenen
agrarwirtschaftlichen Kompetenzen als zentrale Anlaufstelle
zusammengefasst. Mit der Umsetzung dieses Vorhabens im Rahmen einer
öffentlich-privaten Partnerschaft werden in Hamburg neue Wege
beschritten.
Darüber hinaus sollen am Brennerhof künftig überregionale Aufgaben des Pflanzenschutzes
im Unterglasanbau und des Marketings im Gartenbau gemeinsam für alle
norddeutschen Länder erfüllt werden.
Senator Gunnar Uldall: „Mit der
Schaffung des Kompetenz- und Beratungszentrums am Standort Brennerhof
werden die Belange der Hamburger Agrarwirtschaft durch organisatorische
und räumliche Bündelung von Verantwortung und Kompetenz unterschiedlicher
Hamburger Institutionen erheblich gestärkt.“ 

Zuständigkeit für Pflanzenschutz künftig in der Behörde für Wirtschaft
und Arbeit
(29.10.07)
Das Pflanzenschutzamt und die Amtliche Pflanzenbeschau werden mit
Wirkung vom 1. Januar 2008 von der Universität Hamburg in die Zuständigkeit
der Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) übergehen. Auf diese Weise wird
künftig die BWA für die Überwachung der Einhaltung des Pflanzenschutzrechtes
in Hamburg zuständig sein.
Bisher hat die Universität Hamburg die Überwachung der
Einhaltung des Pflanzenschutzrechtes in Hamburg als staatlichen Auftrag
wahrgenommen. Aufgrund der Veränderungen in der internationalen
Importwirtschaft sowie neuer und weiterer Anforderungen des Bundes, der
Europäischen Union und Drittstaaten ist eine umfassende Neuordnung der
Pflanzenschutzkontrolle notwendig geworden.
Senator Jörg Dräger, Behörde für Wissenschaft
und Forschung: „Mit der Zusammenführung der Gesamtzuständigkeit im
Bereich Pflanzenschutz ist eine der Bedeutung des Hamburger Hafens sehr gute
Lösung gefunden worden, die die wissenschaftlichen Interessen der
Universität Hamburg nicht beeinträchtigt. Die notwendige Zusammenarbeit wird
mit einem Kooperationsvertrag zwischen der Universität Hamburg und BWA
sichergestellt.“
Senator Gunnar Uldall, Behörde für Wirtschaft
und Arbeit: „Durch schnellere Bearbeitung bei der Pflanzenbeschau
im Hafen können kostenintensive Lagerzeiten für Produkte und Liegezeiten für
Schiffe durch eine schnellere Bearbeitung aus einer Hand verkürzt werden.
Die Verlagerung der Zuständigkeiten von Pflanzenschutzamt und
Pflanzenbeschau auf die Behörde für Wirtschaft und Arbeit führt Aufgaben und
ministerielle Verantwortung zusammen und steigert damit die Effizienz der
Aufgabenerledigung.
Insgesamt werden zukünftig 27 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in die BWA wechseln.

Erfolgreicher LEADER-Auftakt: 77 Ideen für Hamburgs Ländlichen Raum
(07.05.07)
Bei der Auftaktveranstaltung des LEADER -
Vorbereitungsprozess am 5. Mai 2007 sind in drei Arbeitsgruppen 77
Ideen für LEADER-Projekte
entstanden. Sie können das Fotoprotokoll der
Arbeitsgruppenergebnisse als .pdf-Datei (804 KB)
hier
ansehen und herunterladen.
Am
21.05.2007 geht es weiter: im
Bildungs- u. Informationszentrum des Gartenbaus (BIG),
17:30 – 20:30 Uhr gibt es einen ersten
Workshop
mit drei parallelen Arbeitsgruppen zu den Themenschwerpunkten
-
Diversifizierung/Einkommen, regionale Produkte, Vermarktung,
Landwirtschaft
-
Regenerative Energie, Regionale Wirtschaftskreisläufe,
Kooperation, Wertschöpfung, Naturschutz, Landwirtschaft
-
Stadt-Land, Bildung, Tourismus, Kultur, Kulturlandschaft,
Naturschutz, Landwirtschaft.
Dabei sollen